Siena

Siena gehört zweifellos zu den bekanntesten Städten der Toskana, und das völlig zu Recht. Die beeindruckende mittelalterliche Altstadt, die engen Gassen und die prachtvollen Plätze verleihen der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre. Doch trotz ihrer Beliebtheit und der zahlreichen Sehenswürdigkeiten findet man abseits der belebten Straßen immer wieder ruhige Gassen, durch die es sich wunderbar schlendern lässt. Hier zeigt Siena seine entspannte Seite.

Altstadt

Piazza del Campo

Domkomplex

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weitere besondere Kirchen

Fortezza Medicea

Aussichtspunkte

Altstadt 

Die Altstadt von Siena lädt dazu ein, sich einfach treiben zu lassen. Überall entdeckt man historische Natursteinhäuser, kleine Geschäfte, gemütliche Cafés und traditionelle Restaurants. Da Siena auf mehreren Hügeln erbaut wurde, geht es immer wieder bergauf und bergab, ein wenig Ausdauer sollte man also mitbringen.

Die lebhaften Straßen Via Banchi di Sopra und Via di Città bilden die Haupteinkaufsstraßen der Altstadt. Hier reihen sich bekannte Geschäfte, kleine Boutiquen, Eisdielen und Cafés aneinander. Von den belebten Straßen zweigen jedoch immer wieder schmale Seitengassen ab, in denen es deutlich ruhiger zugeht. Man sollte sich also unbedingt Zeit nehmen, die Hauptwege zu verlassen und durch die verwinkelten Gassen zu schlendern. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Gegend rund um die Via dei Rossi.

Ein schöner Ort ist außerdem die Piazza Salimbeni. Besonders beeindruckend ist der Palazzo Salimbeni, der heute Sitz der Monte dei Paschi di Siena ist, der ältesten noch bestehenden Bank der Welt, die bereits 1472 gegründet wurde. Der Platz lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten, bevor man seinen Spaziergang durch die Altstadt fortsetzt.

Ein weiterer sehenswerter Platz ist die Piazza del Mercato. Sie liegt direkt hinter der Piazza del Campo (zu diesem Platz kommen wir gleich), wird von vielen Besuchern jedoch häufig übersehen. Von hier eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Stadtmauer, die bunten Häuser der Altstadt und die umliegende Landschaft. Gleichzeitig geht es hier deutlich ruhiger zu, und das nur wenige Schritte von der lebhaften Piazza del Campo entfernt.

Piazza del Campo

Das Herz Sienas ist die Piazza del Campo. Der muschelförmige Platz zählt zu den schönsten und bekanntesten Plätzen Italiens und ist von beeindruckenden mittelalterlichen Gebäuden umgeben. Hier trifft man sich auf einen Kaffee, genießt das lebendige Treiben oder setzt sich einfach nur auf den Platz, um die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Beherrscht wird die Piazza del Campo vom imposanten Palazzo Pubblico mit seinem über 100 Meter hohen Torre del Mangia. Wer die vielen Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, wird mit einem fantastischen Blick über die Dächer Sienas und die umliegende Landschaft belohnt.

Ich empfehle auch auf jeden Fall in den Innenhof des Palazzo Pubblico zu besuchen.

Doch nicht nur der Palazzo Pubblico macht den Reiz der Piazza del Campo aus. Auch die historischen Paläste rund um den Platz sind beeindruckend. Es lohnt sich, einfach einen Moment stehen zu bleiben, die unterschiedlichen Fassaden zu betrachten und die Kulisse dieses tollen Platzes auf sich wirken zu lassen.

domkomplex

Dom

Der Dom von Siena ist ohne Zweifel die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt, und das völlig zu Recht. Ich habe schon viele beeindruckende Kirchen gesehen, doch dieser Dom hat mich besonders begeistert. Sowohl von außen als auch im Inneren zählt er für mich zu den schönsten Kirchen, die ich bisher besucht habe.

Besonders charakteristisch sind die für die Toskana typischen schwarz-weißen Marmorbänder, die die gesamte Fassade prägen und dem Dom sein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Majestätisch erhebt er sich über der Piazza del Duomo und zieht schon von außen alle Blicke auf sich. Noch beeindruckender ist jedoch das Innere der Kirche, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Betritt man den Dom, wird man sofort von der außergewöhnlichen Gestaltung des Innenraums beeindruckt. Die schwarz-weißen Marmorbänder setzen sich auch im Inneren fort und verleihen der Kirche eine ganz besondere Wirkung. Hohe Säulen, kunstvoll verzierte Decken und zahlreiche Skulpturen machen den Dom zu einem Meisterwerk.

Besonders sehenswert ist der Marmorboden, der aus vielen Bildfeldern besteht und als einer der schönsten Kirchenböden Italiens gilt. Der berühmte Marmorboden ist allerdings nicht das ganze Jahr vollständig zu sehen. Große Teile werden zum Schutz abgedeckt und nur während bestimmter Wochen freigelegt.

Man sollte sich unbedingt Zeit nehmen, um den Dom auf sich wirken zu lassen. Immer wieder entdeckt man neue Details, denn die hohen, schwarz-weiß gestreiften Säulen, die prachtvollen Fresken und die unzähligen kunstvollen Verzierungen machen jeden Blick zu etwas Besonderem.

Für den Dom gibt es verschiedene Ticketoptionen. Ich würde jedoch das Kombiticket empfehlen. Es ist drei Tage gültig und umfasst neben dem Dom auch die Piccolomini-Bibliothek, die Krypta, das Baptisterium, das Museo dell'Opera del Duomo sowie den Facciatone mit seiner beeindruckenden Aussicht über Siena. Ein Audioguide ist ebenfalls im Ticket enthalten. So lässt sich der gesamte Domkomplex ganz entspannt erkunden, ohne alles an einem Tag besichtigen zu müssen. Bei meinem Besuch kostete das Kombiticket 19 €.

Die Piccolomini-Bibliothek

Die Piccolomini-Bibliothek hat mir besonders gut gefallen. Sie befindet sich in einem Seitenraum des Doms. Sofort fallen die prachtvolle Decke und die Wandbemalungen ins Auge, die in außergewöhnlich intensiven Farben leuchten. In der Mitte des Saales sind historische Chorbücher ausgestellt. Die Bibliothek ist zwar nicht besonders groß, dafür aber umso beeindruckender.

Krypta

Ebenfalls im Kombiticket enthalten ist die Krypta des Doms. Sie erreicht man über einen separaten Eingang an der Piazza San Giovanni unterhalb des Doms. Die Krypta wurde erst Ende der 1990er-Jahre wiederentdeckt und beeindruckt heute vor allem durch ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Fresken aus dem 13. Jahrhundert. Trotz ihres Alters leuchten die Farben noch immer erstaunlich intensiv.

Baptisterium San Giovanni

Nur wenige Schritte unterhalb des Doms befindet sich das Baptisterium San Giovanni, das ebenfalls über die Piazza San Giovanni erreichbar ist. Das Baptisterium hat mich besonders beeindruckt. Im Zentrum befindet sich ein prachtvolles Taufbecken aus Marmor und Bronze. Dazu kommen wunderschön bemalte Wände und Decken mit ihren leuchtenden Farben.

Museo dell'Opera del Duomo und Facciatone

Zum Domkomplex gehört außerdem das Museo dell'Opera del Duomo. Hier sind zahlreiche originale Kunstwerke und Skulpturen aus dem Dom ausgestellt. Das eigentliche Highlight war für mich jedoch der Aufstieg auf den Facciatone. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein atemberaubender Blick über die Dächer Sienas, den Dom und die umliegende Landschaft. Für mich zählt dieser Aussichtspunkt zu den schönsten der gesamten Stadt und ist im Kombiticket auf jeden Fall ein absolutes Muss.

Mein Tipp: Besuche den Facciatone möglichst früh am Morgen. Dann ist es dort noch angenehm ruhig und man kann die Aussicht in aller Ruhe genießen. Später wird es oft deutlich voller. Da sowohl der Aufgang als auch die Aussichtsplattform recht schmal sind, kann es dann schnell eng werden.

Für den gesamten Domkomplex sollte man mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf mehrere Gebäude rund um den Dom. Sie liegen zwar alle nur wenige Schritte voneinander entfernt, trotzdem ist es hilfreich, das bei der Planung im Hinterkopf zu behalten.

weitere besondere Kirchen

Natürlich hat Siena neben dem Dom noch weitere tolle Kirchen, von denen ich euch drei vorstellen möchte:

Basilica di San Francesco

Die Basilica di San Francesco liegt nur wenige Gehminuten von den lebhaften Einkaufsstraßen Sienas entfernt und ist dennoch eine wahre Ruheoase. Die Kirche verbindet gotische und barocke Elemente, wirkt dabei aber angenehm schlicht. Das hohe, lichtdurchflutete Kirchenschiff schafft eine ruhige und besondere Atmosphäre.

Besonders begeistert hat mich der Kreuzgang mit seinem kleinen, liebevoll angelegten Garten. Blühende Pflanzen, die stille Umgebung und die entspannte Stimmung machen diesen Ort zu etwas sehr besonderem. Auch der von alten Bäumen gesäumte Vorplatz der Kirche lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten und die Hektik der Stadt hinter sich zu lassen. Direkt angrenzend befinden sich Gebäude der Universität. 

Santuario di Santa Caterina

Auch das Santuario di Santa Caterina ist ein ganz besonderer Ort und liegt nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt. Der Gebäudekomplex umfasst mehrere kleine Kapellen, eine davon befindet sich sogar im Keller, sowie das ehemalige Wohnhaus der heiligen Katharina von Siena.

Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Vor allem der wunderschön gestaltete, von Säulen eingerahmte Innenhof hat mir sehr gut gefallen. Er strahlt eine angenehme Ruhe aus und lädt dazu ein, einen Moment zu verweilen. Trotz der Nähe zu den belebten Gassen der Altstadt wirkt dieser Ort überraschend still und fast schon verborgen.

Basilica di San Domenico

Die Basilica di San Domenico gehört zu den bedeutendsten Kirchen Sienas und ist schon von Weitem an ihrem schlichten Backsteinbau zu erkennen. Im Inneren erwartet einen ein überraschend weitläufiges Kirchenschiff, das trotz seiner Größe eine ruhige Atmosphäre ausstrahlt.

Besonders schön finde ich aber auch die Lage der Basilika. Von den umliegenden Plätzen und Wegen eröffnen sich herrliche Ausblicke auf die Dächer der Altstadt und den Dom von Siena. Auch wenn die Basilica di San Domenico im Inneren deutlich schlichter ist als der prächtige Dom, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, da man hier Ruhe und eine ganz besondere Atmosphäre findet. 

Fortezza Medicea

Wer Ruhe und schöne Spazierwege sucht, sollte der Fortezza Medicea unbedingt einen Besuch abstatten. Die Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert liegt nur wenige Gehminuten außerhalb der Altstadt und bildet einen wohltuenden Kontrast zu den engen, belebten Gassen Sienas.

Besonders schön ist ein Spaziergang auf der breiten Festungsmauer. Von hier aus eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke über Siena und die sanften Hügel der toskanischen Landschaft. Ein Spielplatz, ein Café und zahlreiche Bänke machen die Festung außerdem zu einem schönen Ort für eine entspannte Pause.

Im Inneren der Anlage befinden sich heute weitläufige Grünflächen und Veranstaltungsräume. Außerdem ist die Fortezza Medicea eng mit der italienischen Weinkultur verbunden: In den historischen Räumlichkeiten war viele Jahre die Enoteca Italiana untergebracht, die sich dem italienischen Wein widmete.

Aussichtspunkte

Man sollte Siena nicht verlassen, ohne die Stadt einmal von oben erlebt zu haben. Der Blick über die Dächer aus Terrakotta, die Türme und Kuppeln der Altstadt bis hin zu den sanften Hügeln der Toskana ist einfach beeindruckend. Ich habe während meines Aufenthalts drei Aussichtspunkte besucht, die ich besonders empfehlen kann.

Fortezza Medicea

Die Fortezza Medicea bietet nicht nur schöne Spazierwege, sondern auch einen wunderbaren Blick über Siena und die umliegende Landschaft. Zwar ist die Aussicht nicht ganz so spektakulär wie von den anderen beiden Aussichtspunkten, dafür kann man sie in aller Ruhe genießen. 

Santuario di Santa Caterina

Unterhalb des Santuario di Santa Caterina, am Vicolo del Campaccio, befindet sich einer meiner Lieblingsaussichtspunkte in Siena. Von hier blickt man direkt auf den Dom und die dicht aneinander gereihten Häuser der Altstadt. Da der Aussichtspunkt etwas tiefer liegt und den historischen Gebäuden so nah ist, wirkt das Panorama besonders eindrucksvoll. 

Facciatone

Den wohl spektakulärsten Ausblick auf Siena bietet der Facciatone, der zum Museo dell'Opera del Duomo gehört. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein einzigartiger Blick auf den Dom, die Dächer der Altstadt und die umliegende toskanische Landschaft. Gerade diese Perspektive macht deutlich, wie harmonisch sich Siena in die Hügellandschaft einfügt.

Ich empfehle, den Facciatone möglichst früh am Morgen zu besuchen. Dann ist es noch angenehm ruhig und man kann die Aussicht in aller Ruhe genießen. Im Laufe des Tages wird es oft sehr voll, und da der Aufgang sowie die Aussichtsplattform recht schmal sind, kann es dort schnell eng werden.