Lucca
Lucca hat für mich den ganz besonderen Italien-Charme. Hier durch die engen und verwinkelten Gassen der Altstadt zu schlendern, die uralten Gebäude zu bewundern, Kirchen zu besichtigen transportiert für mich das absolute Italien-Gefühl. Hinter jeder Ecke warten kleine Plätze, hübsche Häuser, alte Kirchen und gemütliche Cafés. Lucca wirkt dabei deutlich ruhiger als so manche andere bekannte Stadt der Toskana, und genau das hat mir so gut gefallen. In Lucca kann man gut auch mehrere Tage verbringen, oder man macht einen Tagesausflug in die Stadt. Hier meine Highlights.
Plätze und Straßen
Die Via Fillungo ist die Haupteinkaufsstraße von Lucca. Hier findet man zahlreiche kleine Läden und Boutiquen, aber auch bekannte Markengeschäfte. Dazwischen reihen sich Cafés und Restaurants aneinander. Es macht Spaß, sich hier einfach treiben zu lassen. Unbedingt sollte man dabei aber immer wieder die Hauptstraße verlassen und in eine der vielen engen Seitengassen abbiegen.
Die hohen, alten Häuser und die verwinkelten Gassen strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus. Schon nach wenigen Minuten befindet man sich in einem kleinen Labyrinth aus Gassen und Plätzen, einer schöner als der andere.
Dabei kann man sich immer wieder am Piazza dell’Anfiteatro orientieren. Dies ist einer der schönsten Plätze der Stadt. Die ovale Form erinnert an das römische Amphitheater, auf dessen Grundmauern der heutige Platz entstand. Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Hier auch unbedingt die schönen alten Häuserfassaden bewundern.
Ein weiterer Platz ist der Piazza Napoleone, dies ist ein großer zentraler Platz von Lucca, auch „Piazza Grande“ genannt. Besonders schön ist er mit seinen historischen Gebäuden rundherum.
Mein persönlicher Lieblingsplatz ist jedoch die Piazza San Michele. Rund um den Platz befinden sich zahlreiche Cafés und Restaurants, doch im Mittelpunkt steht die beeindruckende Kirche San Michele in Foro mit ihrer kunstvoll gestalteten Fassade. Hier lässt sich Lucca besonders gut genießen: ein Getränk bestellen, zurücklehnen und einfach den Platz und seine besondere Atmosphäre auf sich wirken lassen.
Auch die Piazza Antelminelli sollte man sich nicht entgehen lassen. Hier befindet sich der imposante Dom San Martino, die Kathedrale von Lucca. Besonders schön ist der Platz mit seinem Brunnen und den historischen Gebäuden rund um den Dom.
Eine weitere schöne und gleichzeitig deutlich ruhigere Ecke ist die Piazza San Francesco. Sie liegt nur wenige Gehminuten von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entfernt, wirkt aber viel entspannter. Rund um den Platz gibt es einige schöne Restaurants und Cafés – ein wunderbarer Ort, um abseits des Trubels eine kleine Pause einzulegen.
Und wer Lucca am Abend erleben möchte, sollte unbedingt einen Abstecher in die Gegend rund um die Via Vittorio Veneto machen. Wenn die Temperaturen angenehmer werden, erwacht die Straße zum Leben: Bars und Restaurants füllen sich und überall sitzen Menschen draußen. Hier bekommt man einen schönen Eindruck davon, wie lebendig Lucca am Abend sein kann.
Kirchen
Lucca ist eine Stadt der Kirchen. Hinter vielen der wunderschönen Fassaden verbergen sich beeindruckende Gotteshäuser, die man beim Spaziergang durch die Altstadt immer wieder entdeckt. Einige davon gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und sollten bei einem Besuch unbedingt auf der Liste stehen.
Der wohl bedeutendste Sakralbau ist der Dom San Martino, die Kathedrale von Lucca. Schon die außergewöhnliche Fassade mit ihren zahlreichen Bögen, Säulen und Verzierungen ist beeindruckend. Auch im Inneren gibt es viel zu entdecken. Besonders sehenswert ist das berühmte Grabmal von Ilaria del Carretto. Der Dom liegt an der wunderschönen Piazza Antelminelli.
Meine Lieblingskirche in Lucca ist die San Michele in Foro. Sie steht mitten auf der gleichnamigen Piazza und ist schon von außen ein echter Hingucker. Die reich verzierte Fassade mit ihren vielen Säulen und kleinen Details wirkt fast wie aus einem Märchen. Auch das Innere von San Michele in Foro sollte man sich unbedingt anschauen. Hinter der prachtvollen Fassade erwartet einen ein vergleichsweise schlichtes, aber sehr stimmungsvolles Kircheninnere. Die hohen Säulen, die hellen Wände und die kunstvollen Details schaffen eine ruhige wunderbare Atmosphäre,
Ein weiteres Highlight ist die Basilica di San Frediano. Besonders auffällig ist ihre wunderschöne Mosaikfassade, die in der Sonne geradezu leuchtet. Das große goldene Mosaik zeigt die Himmelfahrt Christi und macht die Kirche zu einem tollen Fotomotiv. Auch das Innere der Basilika ist sehenswert und deutlich ruhiger als manche der großen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
türme
Die zahlreichen Türme gehören definitiv zum Stadtbild in Lucca.
Der bekannteste Turm von Lucca ist sicherlich der Torre Guinigi. Schon von weitem fällt er durch die Bäume auf, die oben auf seiner Plattform wachsen. Diese ungewöhnliche Kombination aus mittelalterlichem Turm und grüner Baumkrone macht ihn zu einem der Wahrzeichen der Stadt. Wir haben den Turm nur von unten bewundert, wer aber die rund 230 Stufen hinaufsteigt, wird mit einem fantastischen Blick über die roten Dächer von Lucca und weit über die Stadtmauer hinaus belohnt.
Mindestens genauso interessant ist der Torre delle Ore, der Uhrturm von Lucca. Mit seinen rund 50 Metern ist er der höchste Turm der Stadt. Seinen Namen verdankt er der großen Uhr, die seit Jahrhunderten die Zeit über den Dächern von Lucca anzeigt. Auch diesen Turm kann man besteigen.
Wer durch die Gassen von Lucca spaziert, sollte aber nicht nur nach den beiden großen Türmen Ausschau halten. Immer wieder entdeckt man kleinere historische Türme, die zwischen den alten Häusern auftauchen.
Stadtmauer
Eine der größten Besonderheiten von Lucca ist die vollständig erhaltene Stadtmauer, die die historische Altstadt noch heute umschließt. Auf einer Länge von rund vier Kilometern zieht sie sich rund um das Zentrum.
Einen langen Spaziergang auf der Stadtmauer kann ich nur empfehlen. Wenn ihr genügend Zeit habt, würde ich sogar die komplette Stadtmauer einmal umrunden. Das Besondere an der Mauer ist, dass sie unglaublich breit ist und eher wie ein großer Park wirkt. Überall wachsen Bäume und viel Grün, dazwischen liegen die alten Bastionen. Hier wird gejoggt, spaziert und Fahrrad gefahren.
Wenn man hier unterwegs ist, hat man tatsächlich oft gar nicht das Gefühl, sich auf einer Stadtmauer zu befinden. Es ist vielmehr ein weitläufiger Park mitten in der Stadt. Gleichzeitig eröffnen sich immer wieder tolle Ausblicke: auf die Dächer und Türme der Altstadt, auf die engen Gassen und in der Ferne sogar auf die Berge.
Genau das macht den Spaziergang für mich so besonders: Man bekommt eine ganz andere Perspektive auf die Stadt. Mal blickt man hinunter auf die engen Gassen und alten Häuser der Altstadt, dann wieder hinaus in die grüne Landschaft. Dazwischen laden die schattigen Baumalleen immer wieder zu einer kleinen Pause ein.
Mein persönlicher Lieblingsabschnitt lag ungefähr auf Höhe der Via Francesco Carrara. Hier verläuft eine herrlich breite Allee mit alten Bäumen. Wir waren dort bei Sonnenuntergang unterwegs und es war einfach wunderschön. Das warme Licht zwischen den Bäumen, die Ruhe und der Blick über Lucca waren für mich einer dieser besonderen Momente, die man von einer Reise mitnimmt.