Grosseto
Grosseto gehört zu den Orten in der Toskana, die viele Reisende einfach passieren. Wir haben Grosseto jedoch als Ausgangspunkt für unsere Ausflüge an die toskanische Küste gewählt, und das war genau die richtige Entscheidung. Denn Grosseto verbindet eine entspannte Atmosphäre mit einer schönen Altstadt, historischen Stadtmauern und lebendigen Plätzen. Anders als die bekannten Hügelstädte der Region wirkt die Stadt angenehm unaufgeregt und authentisch. Genau das hat mir an Grosseto besonders gefallen. Wer sich Zeit nimmt, durch die kleinen Gassen zu schlendern und das italienische Lebensgefühl auf sich wirken zu lassen, entdeckt eine Seite der Toskana, die oft im Verborgenen bleibt.
Die altstadt
Die Altstadt von Grosseto ist überschaubar und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Umgeben von einer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer laden kleine Gassen, historische Gebäude und gemütliche Plätze dazu ein, die Stadt ganz entspannt zu entdecken. Anders als in vielen bekannten Städten der Toskana geht es hier deutlich ruhiger zu. Genau das macht den besonderen Charme von Grosseto aus.
Durch die historischen Stadttore gelangt man in die Altstadt von Grosseto. Rund um die Piazza Dante reihen sich Cafés, Restaurants und Bars aneinander, während von hier zahlreiche kleine Gassen abzweigen. Es lohnt sich wirklich, durch die Altstadt zu schlendern. Überall entdeckt man gemütliche Cafés und Restaurants sowie individuelle Geschäfte, die zum Stöbern einladen. Besonders gut gefallen haben mir die Via San Martino, die Via Galileo Galilei und die Via degli Aldobrandeschi.
Das Herz der Altstadt bildet die Piazza Dante. Hier befinden sich der beeindruckende Dom von Grosseto, das Rathaus, zahlreiche historische Gebäude sowie mehrere Cafés, die den Platz zu einem beliebten Treffpunkt machen.
der dom
Der Dom von Grosseto, die Cattedrale di San Lorenzo, befindet sich an der Piazza Dante und zählt zu den wichtigsten Bauwerken der Stadt. Mit dem Bau der Kirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts begonnen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgestaltet und restauriert, sodass sich heute verschiedene Baustile miteinander verbinden.
Besonders auffällig ist die Fassade aus weißem und rötlichem Marmor, die mit ihren feinen Verzierungen sofort ins Auge fällt. Im Inneren erwartet die Besucher ein heller, schlichter Kirchenraum mit kunstvoll gestalteten Säulen, historischen Fresken und einem beeindruckenden Taufbecken aus Marmor.
Vor allem diese außergewöhnlichen weiß-rötlichen Streifen haben mich begeistert, das gibt ein wirklich beeindruckendes Bild ab, wenn man auf der Piazza Dante steht.
Spaziergang auf der Stadtmauer
Ein besonderes Highlight von Grosseto ist die nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer, die die Altstadt umgibt. Sie wurde im 16. Jahrhundert von den Medici errichtet. Statt einer klassischen Mauer erwartet die Besucher eine großzügig angelegte Promenade mit schattigen Wegen, alten Bäumen und immer wieder schönen Ausblicken auf die Altstadt und die Umgebung.
Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer gehört für mich zu einem Besuch in Grosseto einfach dazu, so eine entspannte und angenehme Atmosphäre. Zwar darf man keine spektakuläre Aussichten wie in Lucca oder Volterra erwarten, aber dafür ist es gemütlich und authentisch. Ob für einen kurzen Spaziergang oder eine kleine Pause auf einer der Bänke, die Stadtmauer ist der perfekte Ort, um Grosseto einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Auf die Stadtmauer gelangt man über mehrere Treppen und Zugänge rund um die Altstadt. Besonders einfach ist der Aufstieg in der Nähe der Porta Nuova oder der Porta Corsica.
Ich würde einen kompletten Rundweg auf der Stadtmauer empfehlen (ca. 45 Minuten). Dabei hat man in der Nähe des Piazza d'Armi eine besonders gute Aussicht auf die Überreste der Medici-Bastionen und im Parco della Rimembranza lässt sich unter Bäumen eine Pause einlegen, bevor der Spaziergang weitergeht.