Tarragona und costa dorada
Wer an die spanische Mittelmeerküste denkt, hat oft sofort Barcelona im Kopf. Doch nur etwa eine Stunde südlich wartet mit Tarragona ein echtes Juwel – entspannter, geschichtsträchtiger und überraschend vielseitig.
Tarragona liegt an der Costa Dorada. Die Costa Dorada erstreckt sich im Nordosten Spaniens, südlich von Barcelona und verdankt ihrem Namen dem feinen, goldfarbenen Sand, der sich über rund 200 Kilometer Küste erstreckt.
Ich habe vier Nächte in Tarragona verbracht, habe die Stadt erkundet und herrliche Küstenwanderungen unternommen. Das ist das Tolle an Tarragona, Natur und Stadt liegt ganz dicht beinandender.
Im Folgenden findest du alle meine Highlights.
Römische bauten
Tarragona war einst eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches auf der Iberischen Halbinsel, das spürt man bis heute. Überall in der Stadt finden sich beeindruckende Ruinen und gut erhaltene Überreste aus dieser Zeit. Viele davon lassen sich bequem mit einem Kombiticket (ca. 15 €) besichtigen, das Zugang zu mehreren Monumenten bietet. Die UNESCO hat diese Monumente zum UNESCO-Welterbes „Archäologischer Komplex von Tarragona“ ernannt.
1. Stadtmauer – Muralla Romana de Tarragona
Die imposante Stadtmauer lässt sich wunderbar über einen liebevoll angelegten Park erkunden. Entlang des Passeig Arqueològic führt ein archäologischer Rundweg vorbei an restaurierten Bastionen und Türmen. Beim Spaziergang entlang der alten Mauern bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie mächtig und strategisch wichtig die Stadt einst war.
2. Römischer Zirkus – Circ Romà
Der römische Zirkus von Tarragona zählt zu den besterhaltenen Anlagen dieser Art in ganz Europa. Früher fanden hier Wagenrennen statt, die Tausende Zuschauer anzogen. Besonders spannend sind die unterirdischen Gänge und Gewölbe unter den Tribünen, die heute zugänglich sind. Ein weiterer Pluspunkt: Von hier aus hat man einen tollen Blick über Teile der Stadt.
3. Amphitheater
Das Amphitheater gehört definitiv zu den Highlights von Tarragona. Schon der Anblick von außen ist beeindruckend – vor allem mit dem Mittelmeer als Kulisse. Doch auch im Inneren gibt es viel zu entdecken: die typische elliptische Form, in den Fels gehauene Sitzreihen und die Überreste einer später erbauten Basilika machen diesen Ort besonders eindrucksvoll. Ein Besuch sollte hier auf keinen Fall fehlen.
die Altstadt
Tarragona ist in zwei Teile gegliedert: eine historische Oberstadt und eine moderne Unterstadt. Dieser Kontrast macht den besonderen Reiz der Stadt aus.
1. Part Alta
Die Altstadt – auch Part Alta genannt – wirkt wie ein kleines Labyrinth aus engen Gassen, charmanten Häusern und versteckten Plätzen. Beim Schlendern entdeckt man immer wieder neue Ecken, die zum Verweilen einladen. Besonders rund um den "Plaça dels Sedassos", den "Pla de la Seu", den "Plaça del Fòrum" und den "Plaça de la Font" herrscht ein lebendiges Treiben.
2. Die Kathedrale von Tarragona - Catedral de Santa Maria de Tarragona
Die Kathedrale von Tarragona ist der Mittelpunkt der Altstadt und das völlig zurecht. Hoch oben gelegen und über eine lange Treppe erreichbar, wirkt sie schon von Weitem majestätisch. Besonders das imposante Hauptportal und der markante Glockenturm ziehen sofort alle Blicke auf sich.
Ein echtes Highlight ist der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert, der zu den besterhaltenen in ganz Katalonien zählt. Doch auch im Inneren gibt es viel zu entdecken: bedeutende Kunstwerke, darunter der kunstvolle Hauptaltar von Pere Johansowie zahlreiche mittelalterliche Skulpturen, machen den Besuch besonders eindrucksvoll.
Mein persönlicher Lieblingsort ist jedoch der Innenhof. Der liebevoll angelegte Garten strahlt eine ganz besondere Ruhe aus – fast wie eine kleine, versteckte Oase mitten in der Stadt. Für mich der schönste Ort in ganz Tarragona – einfach ein Traum.
die Neustadt
1. Rambla Nova
Rund um die Rambla Nova erstreckt sich die Neustadt. Die Rambla Nova ist die Hauptflaniermeile, hier befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte.
2. Balcó del Mediterrani
Der Balcó del Mediterrani ist ein Aussichtspunkt, der sich am südlichen Ende der Rambla Nova befindet. Von hier aus eröffnet sich ein beeindruckender Blick über das Mittelmeer, den Hafen und das römische Amphitheater. Einer der schönsten Orte der Stadt, besonders bei Sonnenuntergang.
3. Mercat Central de Tarragona
Nur wenige Schritte von der Rambla entfernt befindet sich der Mercat Central de Tarragona. In der historischen Markthalle findet man eine große Auswahl an frischen Produkten und regionalen Spezialitäten. Besonders schön: Viele Stände bieten auch kleine Gerichte und Getränke an, sodass man sich direkt vor Ort durchprobieren kann – absolut empfehlenswert.
Fischerviertel "El Serrallo"
El Serrallo ist das historische Fischerviertel, welches direkt am Hafen liegt. Die Hafenpromenade, die kleinen engen Gassen und die vielen Fischrestaurants versprühen eine ganz eigene maritime Atmosphäre.
Besonders schön ist der "Moll de Llevant". Entlang des Wassers lässt sich hier wunderbar spazieren – mit Blick auf das weite Meer. Die Strecke ist auch bei Einheimischen beliebt, viele nutzen sie zum Joggen oder einfach, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Pont del Diable
Ein ganz besonderes architektonisches Highlight liegt etwas außerhalb von Tarragona: das imposante Aquädukt "Pont del Diable". Schon beim ersten Anblick wirkt das Bauwerk fast surreal – mächtig und elegant, was mir sofort Harry Potter-Gefühle gegeben hat.
Das Aquädukt befindet sich im gleichnamigen Naturpark "Parc Ecohistòric del Pont del Diable", der sich perfekt für einen kleinen Ausflug eignet. Rund um das Bauwerk führen schöne Spazierwege durch die Natur, immer wieder mit tollen Ausblicken auf die historischen Bögen.
Ob entspannter Spaziergang oder kurzer Tapetenwechsel vom Stadtleben – dieser Ort ist definitiv etwas Besonderes und absolut einen Abstecher wert. Besonders praktisch: Mit den Buslinien 5 oder 85 erreicht man den Naturpark in etwa 10 Minuten.
Das Aquädukt gehört zum UNESCO-Welterbes „Archäologischer Komplex von Tarragona“.
Küste und Meer
1. Platja del Miracle
Tarragona bietet mit der Platja del Miracle einen wunderschönen, langen und breiten Stadtstrand. Für mich zählt er definitiv zu den schönsten Stadtstränden, die ich bisher besucht habe.
Er liegt direkt unterhalb der historischen Altstadt und des römischen Amphitheaters, ist also schnell zu erreichen. Ob ein Spaziergang entlang der Küste, eine Runde Beachvolleyball oder einfach nur in der Sonne liegen – hier findet jeder seinen perfekten Platz.
2. Platja Arrabassada, Playa de la Savinosa und Platja Llarga
Ein weiterer wunderschöner Strand in Tarragona ist die Platja de l’Arrabassada. Besonders schön ist die von Palmen gesäumte Promenade, der Passeig Rafael de Casanova, die direkt am Strand entlangführt.
Der Strand selbst erstreckt sich über mehr als einen halben Kilometer und bietet viel Platz zum Sonnen, Schwimmen oder einfach zum Abschalten am Meer.
Vom Platja del Miracle spaziert man einen herrlichen Küstenweg entlang und erreicht die Platja Arrabassada in etwa 40 Minuten – wunderschön.
Wer noch weiter spazieren möchte, erreicht dann über den Küstenweg in etwa 15 Minuten den Playa de la Savinosa. Dieser liegt etwas versteckt in einer tollen Bucht und ist ebenfalls richtig schön.
Der Küstenweg verläuft weiter und schon bald folgt der "Platja Llarga", der längste Strand Tarragonas. Dieser ist naturbelassen mit Dünen und Pinien.
Küstenwanderung an der Costa Dorada
Eine herrliche Küstenwanderung habe ich vom "Platja Llarga" bis nach Altafulla unternommen. Dafür habe ich mit vielen Fotopausen drei Stunden benötigt. Die Wanderung kann auch bereits in Tarragona gestartet werden, oder auch etwas später in La Mora (mit dem Bus von Tarragona erreichbar). Ich bin mit dem Bus 11 zum "Platja Llarga" gefahren und habe dann meine Wanderung gestartet.
Vom weitläufigen Sandstrand "Platja Llarga" geht der Weg in einen schmalen Küstenpfad über, der durch einen Pinienwald führt. Immer wieder eröffnen sich dabei wunderschöne Ausblicke auf das Meer.
Schon bald erreicht man das erste Highlight: die traumhafte Bucht "Cala Fonda". Ein kurzer Abstieg hinunter zur Bucht lohnt sich auf jeden Fall.
Der Weg führt anschließend weiter entlang der Küste, vorbei an Aussichtspunkten und schattigen Waldabschnitten. Unterwegs passiert man auch die ruhig gelegene "Cala de la Roca Plana", bevor sich schließlich der etwas größere Strand "Platja de la Móra" öffnet.
Weiter geht es entlang eines besonders schönen Küstenabschnitts, vorbei an Klippen und direkt am Wasser entlang. Schon nach kurzer Zeit eröffnet sich ein echter Bilderbuchanblick: die kleine Bucht "Cala Jovera" mit dem eindrucksvollen "Castell de Tamarit" im Hintergrund. Die Aussicht von den umliegenden Felsen ist spektakulär und lädt unbedingt dazu ein, kurz innezuhalten und zu genießen.
Direkt daneben liegt der "Platja de Tamarit", von dem aus man die Burg aus einer anderen Perspektive sieht – ebenso beeindruckend.
Von hier aus geht der Strand nahtlos in die weite Bucht von "Platja d’Altafulla" über. Entweder spaziert man direkt am Wasser entlang oder nutzt die hübsche Promenade mit ihren kleinen Restaurants und Cafés – perfekt für eine entspannte Pause mit Meerblick.
altafulla
Das kleine Küstenörtchen Altafulla ist definitiv einen Besuch wert – entweder als Abschluss der Küstenwanderung oder separat.
In den engen Gassen der historischen Altstadt, der sogenannten "Vila Closa", scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Helle Steinhäuser, verwinkelte Wege und kleine Plätze verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Dazwischen laden gemütliche Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Eine mittelalterliche Burg, die "Castell d’Altafulla", sowie die Kirche "Església de Sant Martí" und Reste der alten Stadtmauer runden das historische Bild perfekt ab.
Auch der lange Strand von Altafulla ist wunderschön:: Entlang der Promenade reihen sich Restaurants und Cafés – ideal für eine Pause am Meer.