Die Küste Nordspaniens
Die Küsten Nordspaniens hat mich unglaublich begeistert. Welch wunderschöne Strände, Klippen, Buchten, Natur ... einfach ein Paradies und vor allem so eine Ruhe. Teilweise hat mich die Küste an Portugal erinnert, dann wieder an Irland (ich war noch nie an der irischen Küste, stelle es mir aber so vor). Wie sind vom Baskenland über Kantabrien (dort haben wir aber nur einen Stop an einem herrlichen Strand eingelegt) bis nach Asturien gefahren. Von Asturien aus haben wir dann noch einen Ausflug nach Galacien zu einem berühmten, sehr spektakulären Strand gemacht.
Baskenland
Das Baskenland ist schon eine wahre Besonderheit in Spanien: eine ganz eigene Sprache und wie eigen das Baskische doch tatsächlich ist: mit keiner anderen europäischen Sprache verwandt, und es ist bis heute nicht ganz klar, woher diese Sprache denn eigentlich kommt.
Dazu eine unglaublich abwechslungsreiche Landschaft, zwischen wilden Küsten und Klippen, Wäldern, Bergmassiven und Fischerdörfern.
Besonders herausstechend fand ich die baskischen Fachwerkhäuser, die sogenannten "Etxe" mit ihren bunten Fachwerkbalken und Fensterläden.
Ich hatte tatsächlich das Gefühl, durch verschiedene Länder zu reisen: Teilweise habe ich mich nach Norwegen versetzt gefühlt (bei fjordartigen Abschnitten), nach Irland mit wilder Küste, nach Portugal mit herrlichen Wellen und Surfvibes, dann wieder nach Südtirol zwischen Almen, Wiesen und Kühen ... Ach ja, und ab und an auch mal nach Spanien.
Die Küste hier abzufahren ist wirklich ein besonders schönes Erlebnis. Die Straßen schlängeln sich durch Wälder, am Meer vorbei und entlang der Berge. Hiebei haben uns die Straßen BI-3111, BI-3117, BI-3151 und BI-3234 sehr beeindruckt, aber man kann sicherlich mit keiner Strecke etwas falsch machen.
Wir waren an ein paar wirklich wunderschönen Stränden:
1. Arrietara Beach
Dies ist ein grandioser, langer Sandstrand, welcher von Felsen eingerahmt ist. Von Bilbao benötigt man 20 Minuten mit dem Auto. Wir haben am Parkplatz "Barinatxe eta Arrietarako" geparkt. Und haben uns dann Richtung Strand begeben, was für ein toller Anblick doch da auf uns gewartet hat: das blaue Meer, weiß-graue Felsen und grüne Küste, dazu SurferInnen, die sich in die Wellen stürzen ... ein Traum.
Auf jeden Fall sollte man unten am Strand einen kleinen Spaziergang machen, das Meer genießen und etwas entspannen. Ganz interessant fand ich die Felsen dort, die haben eine tolle Beschaffenheit.
Absolut empfehlen kann ich Spaziergänge an der Küste mit herrlichen Ausblicken auf den Strand. Zunächst geht man am Strand entlang, bevor man dann in die kleine Straße "Avenida Arriatera" einbiegt. Recht schnell zweigt ein Weg nach links hoch auf die Küste ab (Richtung Skatepark Sope). Hier hat man nun eine wunderschöne Aussicht auf den Strand.
Einen ebenfalls spektakulären Ausblick bieten die Aussichtspunkte hinterhalb des Parkplatzes "Barinatxe eta Arrietarako". Dort hat man auch auf den angrenzenden Strand "Playa de Sopelana" eine super Sicht.
Wer gerne eine kleine Pause einlegen möchte, kann im Strandcafé "Bar Txiringuito en playa" oder direkt im Ort Sopela, im Café "Bar La Triangu", einkehren.
2. Gaztelugatxe
Gaztelugatxe ist eine ganz kleine Insel, die über eine Treppe mit dem spanischen Festland verbunden ist. Auf dieser Insel liegt das Kloster "San Juan de Gaztelugatxe". Das schaut natürlich spektakulär aus, weswegen dieser Ort sehr beliebt bei TouristInnnen ist. Dazu diente die Insel als Drehort für "Game of Thrones" (Drachenstein), was das Ganze natürlich noch beliebter macht, so beliebt, dass man tatsächlich ein Ticket braucht, um auf die Insel zu kommen. Ich recherchiere ja wirklich sehr viel für meine Reisen, aber das ist mir wohl entgangen (wie das passieren konnte, weiß ich nicht). Naja, da standen wir nun und konnten nicht auf dieInsel gehen, da alle Tickets für den Tag ausgebucht waren.
Also, wenn ihr auf diese Insel wollt, kauft euch frühzeitig ein Ticket! https://www.tiketa.eus
Allerdings haben wir dann doch noch einen tollen Aussichtspunkt auf die Insel gefunden: Am Parkplatz "Gaztelugatxe" sind wir in Richtung des Restaurants "Eneperi" gegangen, an diesem sind wir vorbei. Recht schnell taucht dann auf der rechten Seite ein Trampelpfad auf, der durch ein Gebüsch führt. Diesem folgend, erstreckt sich dann eine wirklich tolle Sicht auf die Insel und man versteht, wieso dieser Ort so beliebt ist: Zu schön liegt die kleine Insel mit dem beeindruckenden Kloster im Meer.
Ein zauberhafter, ruhiger Ort, ganz ohne Besucherströme, liegt hier gleich in der Nähe und ist nur zu empfehlen. In 20 Minuten sind wir von Gaztelugatxe zum Leuchtturm "Matxitxako" gefahren. Und hier ist es idyllisch schön: Ganz nah am Wasser kann man sich einfach ein bisschen entspannen, diesen Ort genießen, auf die unglaubliche Küste und das Meer blicken ... und wenn man sich anstrengt, kann man auch Gaztelugatxe erkennen.
3. Laga
"Laga" ist ein wunderschöner, naturbelassener Strand mit herrlichen Felsen im Wasser, feinem Sand und einer unfassbar schönen grünen Küste. Von Bilbao aus erreicht man ihn in etwas weniger als einer Stunde (1 1/2 Stunden von San Sebastián). Bei SurferInnen ist der "Laga" Strand sehr beliebt, es gibt sogar eine Surfschule.
Außerdem kann man es sich im kleinen Café "Chiringuito de Laga" gutgehen lassen, ein erfrischendes Getränk zu sich nehmen, den Wellen zuhören und dazu ein bisschen Musik lauschen, herrlich.
Besonders toll fand ich den Kontrast an diesem Strand: das leuchtend blaue Meer, der goldene Sand und dazu die Küste voller Nadelbäume mit einem baskischen Haus. Das sah tatsächlich etwas nach Südtirol aus und das zur Kulisse von Wasser und Sand ... einfach außergewöhnlich anzusehen.
kantablen
Durch Kantabrien sind wir eigentlich nur auf unserem Weg nach Asturien durchgefahren. Aber nicht, weil uns Kantabrien nicht gefallen hat, sondern nur, weil wir uns ja auf etwas begrenzen mussten. Schließlich hatten wir nur zwei Wochen Zeit für unsere Route. Die Landschaft, die wir von der Autobahn aus gesehen haben, war aber herrlich: hohe Berge, Täler und ein saftiges Grün und natürlich das Meer mit süßen Fischerorten. Wir werden auf jeden Fall nach Kantabrien zurückkommen.
Aber einen Strand möchte ich euch vorstellen, und dieser ist, glaube ich, sogar mein liebster Strand der ganzen Spanienreise gewesen, und ich kann euch einen Besuch hier absolut empfehlen.
Playa de San Julián
Dieser Strand vereint alles, was ich liebe: eine Bucht, eingebettet in eine grüne Küste mit herrlichem Sand und Felsen. Das Tolle ist, man geht von oben hinunter zu dieser Bucht und hat daher einen ständigen Blick auf diesen herrlichen Küstenabschnitt. Von Bilbao benötigt man ungefähr 50 Minuten Fahrzeit, am besten parkt man direkt oberhalb des Strandes. Dann geht es in guten 10 Minuten zu Fuß hinunter. Der Weg ist nicht schwer, allerdings hat er ein bis zwei steilere Passagen, weswegen man dann vor allem beim Wiederhinaufsteigen etwas Ausdauer und Kraft benötigt, aber wirklich absolut machbar. Generell ist das ganze Gebiet dort malerisch gelegen und bietet einige Wanderwege.
Asturien
Asturien hat uns begeistert, denn es ist wirklich vielseitig. Von einer endlos langen grünen Küste bis zum wahnsinnig beeindruckenden Nationalpark Pico de Europa mit einem Bergmassiv, Almen, Tälern und Schluchten und dazu Küstenorte, die malerischer nicht sein könnten.
1. Cudillero
Cudillero ist ein wahrer Bilderbuch-Ort. An einer Bucht liegt dieses schöne Dorf, der Marktplatz ist von bunten Häusern umgeben, welche ein traumhaftes Bild abgeben. Die bunten Häuschen ziehen sich an den grünen Hängen hinauf, zu schön. Was mir extrem gut gefallen hat: Zwischen den vielen Häusern gibt es wirklich zahlreiche Aussichtspunkte auf den Hafen oder die Häuschen. Diese alle abzugehen, ist ein wahres Highlight.
Aber Cudillero ist ein Touristenmagnet, und viele besuchen diesen Ort in Form eines Tagesausfluges. Wir hatten unsere Unterkunft in Cudillero und konnten so den Touristenströmen entgehen, indem wir morgens und abends den Ort erkundet haben. Außerdem muss man unbedingt beachten, dass in Cudillero ganz viele Treppenstufen zu bewältigen sind (außer man hält sich nur am Wasser und auf dem Marktplatz auf).
Die Hafenpromenade und der Leuchtturm
Am besten parkt man auf dem Parkplatz "Cudillero Aparcamiento", von dort schlendert man dann direkt am Wasser in Richtung Ortskern. Hierbei kommt man an Booten und herrlichen Blicken aufs Meer und auf den Leuchtturm vorbei. Kleine bunte Verkaufshäuschen, sowie eine Bar laden zum Verweilen ein. Unbedingt sollte man auch zum Leuchtturm " Mirador del Faro de Cudillero" hinaufgehen, hier ergattert man einen sagenhaften Blick auf das tobende Meer und die Küste.
Der Marktplatz und die Hauptstraße
Am Hauptplatz "Plaza de la Marina" angekommen, steht man hier nun vor all den schönen bunten Häusern, der Blick ist wirklich super. Es reihen sich Restaurants aneinander und geht man die Straße entlang, findet man weitere Restaurants, Souvenirgeschäfte und Eisdielen.
Die Aussichtspunkte
Die Möglichkeit, in Cudillero von einem Aussichtspunkt zum nächsten zu gehen und dabei die herrlichsten Ausblicke auf die Häuserdächer zu haben, fand ich ganz besonders toll.
Am besten geht man alle in einem Spaziergang ab, ein bisschen Kondition sollte man mitbringen, denn es geht immer wieder Treppen nach oben. Besonders schön ist der Spaziergang zur Morgenstunde oder abends.
Sinnvoll ist es, im Ortskern, bei der Aussichtsplattform "Mirador El Baluarte" zu starten, dann geht es die Treppen hinauf, durch die engen Gassen und herrliche Aussichten erstrecken sich vor einem:
- Mirador del Pico
- Mirador de la Garita
- Mirador de la Cuesta
- Mirador de Cimadevilla
2. Silence Beach
Der Silence Beach war ursprünglich der Grund, warum ich mich näher mit Nordspanien befasst habe. Zufällig habe ich diesen herrlich schönen Strand auf Googlemaps entdeckt, und habe dann meine weiteren Recherchen zu Nordspanien betrieben und schon bald war mir dann klar: ich möchte eine Reise nach Nordspanien machen.
Als wir dann in Nordspanien wirklich am Silence Beach standen, war das ein sehr besonderer Moment für mich.
Der Silence Beach ist ein wahrer Traumstrand und wird auch immer wieder zum schönsten Strand Spaniens gekürt. Funkelndes Türkisblaues Meer, grüne Küste, schwarze Felsen, zu schön. Da der Strand sehr steinig ist, bietet er sich nicht optimal zum Schwimmen an, aber der Blick von oben auf diese Bucht ist einfach gigantisch,
Ein weiteres Highlight liegt direkt neben dem "Silence Beach". Über einen schönen Pfad, der über einen Fluss führt, gelangt man in das Gebiet "La caladoira" und zum "Playa de la Barquera". Eine herrliche Landschaft empfängt einen hier: unglaubliche Felsformationen, und das wilde Meer.
3. Cabo Vidío
Was für ein schöner Küstenabschnitt das Cabo Vidío doch ist. Diese Felsen, die Brandung, die Wellen und ein Blumenmeer (wir waren ja im Frühling dort), dazu ein Leuchtturm und ein Küstenweg, der wunderschön an den Klippen entlangführt. Für mich haben sich die verschiedensten Länder und ihre Meere an dieser Küste vereint, denn "einfach nur" Spanien ist das hier sicherlich nicht gewesen (aber gut, das ist ganz Nordspanien nicht). Große Empfehlung hierher zu kommen.
4. Lluarca
Wer Lust auf ein kleines Fischerörtchen hat, kann Lluarca einen Besuch abstatten. Eine kleine Altstadt, ein Hafen mit Fischerbooten, ein Strand, hier kann man durchaus ein paar entspannte Stunden verbringen.
Hier bietet sich ein Spaziergang an:
- durch die Altstadt rund um den Plaza Constitución
- am Hafen "Puerto de Luarca" vorbei bis zum Leuchtturm
- am Strand "Playa de Lluarca" entlang
5. Taramundi
Obwohl Taramundi nicht an der Küste liegt, möchte ich es hier trotzdem vorstellen, da es uns total gefallen hat und wir einen herrlichen Spaziergang gemacht haben.
Taramundi liegt im Landesinneren, an einem Fluss, umgeben von grünen Hügeln. Es ist bekannt für seine Schmiedekunst, weswegen viele Messingwaren verkauft werden. Außerdem gibt es hier zahlreiche regionale Produkte, wie Honig, Liköre und Käse. Deswegen reihen sich hier viele Geschäfte aneinander.
Die alten Häuser strahlen eine ganz besondere Stimmung aus, und ich habe mich teilweise in eine alte Zeit zurückversetzt gefühlt.
Wir haben an der schönen Kirche "Iglesia de San Martín" geparkt und sind dann die Hauptstraße "Calle el Solleiro" entlang bis zum Mühlenmuseum "Museo de los Molinos de Mazonovo". Dort sind wir zwar nicht hinein, aber das Ensemble aus alter Wassermühle und Brücke sah richtig toll aus. Daneben gibt es ein kleines Restaurant, hier haben wir etwas getrunken.
Gegenüber sieht man nun den Fluss "Rio Turia", von dort haben wir unsere Wanderung gestartet. In Richtung des Ortes "Vega de Zarza" sind wir durch einen wunderschönen Auwald immer entlang des Flusses spaziert, herrlich.
Der kleine Ort "Vega de Zarza" sieht mit seinen Steinhäusern ganz besonders aus. Von dort sind wir dann wieder zurück Richtung Museum gegangen.
Auch oberhalb der Kirche "Iglesia de San Martín" spaziert man sehr schön: Auf der "Rua Redondela" hat man wirklich schöne Ausblicke auf das grüne Tal und die Hügel.
galizien
Playa de las Catedrales
In Galizien sind wir tatsächlich nur an einen Strand gefahren, wahrscheinlich an den berühmtesten in ganz Galizien, den "Playa de las Catedrales". Ein langer Sandstrand mit gewaltigen Felsenbögen und Höhlen, durch welche man hindurchgehen kann. Das Gefühl, zwischen diesen riesigen Felsen zu stehen, ist ganz besonders und die unterschiedlichsten Felsformationen beeindrucken sehr. Der Strand ist von den Gezeiten abhängig, denn nur bei Ebbe kann man durch diese Felsen hindurchgehen.
Besonders schön spaziert man auch oberhalb der Küste: Ein langer Holzweg, der sogenannte "Fin das pasarelas de madeira" führt entlang der Klippen mit tollen Ausblicken auf das Meer.
Der "Playa de las Catedrales" ist eine wirklich beliebte Attraktion, dementsprechend voll ist es am Strand. Zur Hauptsaison (1.7. - 30.9) gibt es Zugangsbeschränkungen und eine Voranmeldung ist notwendig https://ascatedrais.xunta.gal/monatr/cambiarIdioma?lang=en.
Trotz der hohen Besucherzahlen finde ich, dass der Strand wirklich eine besondere Atmosphäre ausstrahlt und man den Massen auch entkommen kann, da der Strand weitläufig ist und sich die Menschenmengen verteilen. Vor allem oben auf dem Küstenpfad ist deutlich weniger los.