Landschaftsregionen der Toskana
Die Landschaft der Toskana ist mit Sicherheit eine der schönsten in ganz Italien: sanfte Hügel, Zypressen, Weinreben, weite Felder und Olivenhaine, wohin man schaut. Wir sind mit dem Auto durch die Toskana gefahren und einfach nur durch die sanfte Landschaft zu fahren, den Blick schweifen lassen, hinter jeder Kurve ein neues wunderschönes Panorama zu entdecken, ist ein ganz besonderes Erlebnis.
Die Landschaft der Toskana ist unglaublich vielfältig. Von den weiten Hügeln des Val d'Orcia über die markanten Lehmhügel der Crete Senesi bis hin zu den dichten Wäldern, Weinregionen und der wilden Küste, jede Region hat ihren ganz eigenen Charakter.
chiantigiana
Die Chiantigiana (SR222) zählt zu den schönsten Panoramastraßen der Toskana. Sie verbindet Florenz mit Siena und führt mitten durch das berühmte Chianti-Gebiet. Auf rund 70 Kilometern schlängelt sich die Straße durch eine Bilderbuchlandschaft aus sanften Hügeln, Weinbergen, Olivenhainen und langen Zypressenalleen. Immer wieder eröffnen sich traumhafte Ausblicke auf kleine Natursteindörfer, einsame Landgüter und die für die Toskana so typischen Hügelketten.
Wir sind nicht nur durch die Chiantigiana hindurchgefahren, sondern haben auch einige Stopps eingelegt:
1, Greve in Chianti und Montefioralle
Greve in Chianti gilt als das Tor zum Chianti-Gebiet und ist einer der bekanntesten Weinorte der Region. Mittelpunkt ist die ungewöhnlich dreieckige Piazza Giacomo Matteotti, die von Arkadengängen, kleinen Geschäften, Cafés und Restaurants umgeben ist. Hier spielt sich das Leben des Ortes ab, Einheimische treffen sich auf einen Kaffee, Besucher genießen ein Glas Chianti und auf dem Platz finden regelmäßig Märkte und Veranstaltungen statt.
Rund um den Platz laden Weinhandlungen, Feinkostläden und kleine Boutiquen zum Stöbern ein. Mir hat Greve in Chianti für einen kurzen Halt und Bummel gut gefallen, noch viel besser hat mir allerdings der etwas weiter oben gelegene Ort Montefioralle gefallen. In einer halben Stunde steigt man von Greve nach Montefioralle nach oben und wird dabei von herrlichen Weinreben und Ausblicken auf die Hügellandschaft begleitet.
Ein Spaziergang durch die engen Gassen dauert zwar nicht lange, doch gerade das langsame Schlendern macht den Reiz des Dorfes aus. Hinter jeder Ecke eröffnen sich kleine Plätze, liebevoll dekorierte Hauseingänge und immer wieder schöne Ausblicke auf die Weinberge und Olivenhaine der Umgebung.
Um Montefioralle herum lassen sich tolle Spaziergänge machen. Wir sind durch Weinreben und mit herrlichen Blicken auf Montefioralle bis zur Straße Via Montefioralle Case sparse spaziert und sind von dort wieder nach Greve gelangt.
2. Castellina in Chianti
Ein weiterer toller Ort im Chianti-Gebiet ist Castellina. Der mittelalterliche Ort liegt auf einer Anhöhe und begeistert mit einer Mischung aus historischem Flair, gemütlichen Gassen und herrlichen Ausblicken auf die umliegenden Weinberge und Olivenhaine.
Das Zentrum lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Entlang der Via delle Volte, einem überdachten mittelalterlichen Wehrgang, spaziert man vorbei an kleinen Geschäften, Cafés und Natursteinhäusern. Auch an der Via Ferruccio reihen sich kleine Läden und Restaurants. Der Platz vor der Rocca di Castellina strahlt eine besonders schöne Atmosphäre aus. Ein paar Schritte weiter gelangt man auf die kleine Gasse Via Della Rocca, hier steht eine süße Bank mit Blick auf eine toll geschmückte Vinothek. Von dort ist man dann gleich an der Chiesa del Santissimo Salvatore, welche wunderschön darlegt.
Auch ein Aufstieg zum gut erhaltenen Wehrturm Rocca di Castellina ist toll. Von dort reicht der Blick weit über die typische Hügellandschaft des Chianti.
3. Monteriggioni
Schon aus der Ferne ist Monteriggioni ein beeindruckender Anblick. Wie eine kleine Festung erhebt sich das vollständig von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgebene Dorf auf einem Hügel.
Innerhalb der Stadtmauern geht es ruhig und beschaulich zu. Rund um die kleine Piazza Roma und Piazza Dante Alighieri laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, während sich die wenigen Gassen mit ihren Natursteinhäusern entspannt erkunden lassen. Besonders toll ist auch ein Spaziergang unterhalb der Stadtmauer durch die Weinreben hindurch, von hier hat man herrliche Ausblicke auf die wunderschöne Landschaft, die Monteriggioni umgibt.
Crete Senesi
Das Crete Senesi zählt zu den außergewöhnlichsten Landschaften der Toskana. Südöstlich von Siena erstreckt sich eine sanfte Hügellandschaft aus hellem Lehm. Die kahlen, fast baumlosen Hügel erinnern stellenweise an eine Mondlandschaft und verleihen der Region ihren ganz besonderen Charakter.
Mir hat diese Landschaft unglaublich gut gefallen. Sie ist zwar nicht ganz so bekannt wie das Val d'Orcia, bietet aber ein Postkartenmotiv nach dem anderen. Besonders schön sind die SP438, die von Siena ins Crete Senesi führt, und die SP60 in Richtung Asciano. Entlang der Strecke laden immer wieder kleine Haltebuchten dazu ein, anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Hier befindet sich auch das berühmte Fotomotiv des Agriturismo Baccoleno mit seiner geschwungenen Zypressenallee.
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region ist die Abtei Monte Oliveto Maggiore. Das Benediktinerkloster aus dem 14. Jahrhundert liegt eingebettet zwischen Zypressen, Wäldern und den charakteristischen Lehmhügeln des Crete Senesi. Allein die Anfahrt ist beeindruckend, und die ruhige Atmosphäre der Klosteranlage macht den Besuch zu etwas Besonderem.
Von der Abtei aus sind wir nach Chiusure spaziert. Der Weg führt zunächst ein kurzes Stück entlang der SP451, bevor ein kleiner Fußweg in das Dorf abzweigt. Chiusure ist ein wunderschöner kleiner Ort mit Natursteinhäusern, einem gemütlichen Dorfplatz, einer Kirche sowie einigen Restaurants und Cafés. Besonders schön ist der Ausblick über das Crete Senesi.
Wer noch etwas weiterlaufen möchte, dem kann ich den Spaziergang über die Schotterstraße Strada del Fornacino bis zum Aussichtspunkt Belvedere su Chiusure empfehlen. Von dort genießt man einen herrlichen Blick über die sanften Lehmhügel und die typischen Zypressen der Region. Der Weg ist zwar kein Rundweg, aber die Aussicht macht den kleinen Umweg mehr als wett.
val d'Orcia
Das Val d'Orcia ist für mich die Bilderbuchlandschaft der Toskana. Sanfte Hügel, geschwungene Zypressenalleen, Weinberge, Olivenhaine und einsame Landgüter prägen das Landschaftsbild und machen die Region zu einem der schönsten Täler Italiens. Nicht ohne Grund gehört das Val d'Orcia seit 2004 zum UNESCO-Welterbe.
Am schönsten lässt sich die Region mit dem Auto oder dem Fahrrad erkunden. Hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues Panorama, das fast zu schön wirkt, um echt zu sein. Viele der bekanntesten Fotomotive der Toskana, wie die geschwungene Straßen, von Zypressen gesäumte Wege oder einzelne Höfe auf sanften Hügeln, befinden sich genau hier.
Neben der beeindruckenden Landschaft laden auch Orte wie Pienza oder Montalcino zu einem Besuch ein (meine Tipps dazu findest du hier). Das Val d'Orcia hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Instagram-Hotspot entwickelt. Vor allem in der Hauptsaison ziehen die bekanntesten Aussichtspunkte viele Besucher an. Das kann ich gut verstehen, die Landschaft ist atemberaubend und man möchte diese besonderen Momente natürlich festhalten. Auch ich habe einige dieser berühmten Fotospots besucht und war jedes Mal begeistert. Trotzdem würde ich empfehlen, sich bewusst auf wenige Orte zu konzentrieren, anstatt möglichst viele nacheinander abzuhaken. Wer früh am Morgen unterwegs ist, erlebt die Landschaft nicht nur in einem besonders schönen Licht, sondern oft auch deutlich ruhiger. Gleichzeitig sollte man die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten nutzen und die Privatsphäre der Anwohner respektieren, denn viele der bekannten Motive liegen auf oder neben Privatgrundstücken.
Zu den bekanntesten Fotospots gehören die Cappella della Madonna di Vitaleta, die Cipressi di San Quirico, das Podere Belvedere, die Gladiator-Zypressen sowie der Agriturismo Poggio Covili.
Besonders schön ist es aber auch einfach, durch die Straßen des Val d'Orcia zu fahren, und eigene herrliche Postkartenmotive zu finden. Denn wenn man ehrlich ist, sieht die Landschaft überall wunderschön aus. Vor allem die kleinen Straßen südlich von Pienza, die von der SS146 abzweigen, etwa die Strada Querciassale , führen durch eine herrlich ruhige Landschaft und laden immer wieder zu spontanen Fotostopps ein.
maremma
Die Maremma im Süden der Toskana zeigt eine ganz andere Seite der Region. Statt endloser Weinberge und sanfter Hügellandschaften erwarten einen dichte Pinienwälder, weite Felder, naturbelassene Strände und eine ursprüngliche Landschaft, die vielerorts noch angenehm ruhig ist. Schöne Küstenorte und das wunderschönes Meer laden zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Wir haben folgende Orte besucht:
1. Castiglione della Pescaia
Castiglione della Pescaia ist ein schöner Küstenort, der mit Stränden, einer charmanten Altstadt und einer Burg begeistert. Schon bei einem Spaziergang entlang der Hafenpromenade spürt man das authentische Flair des ehemaligen Fischerdorfes. Die Promenade verläuft entlang des Flusses Bruna, an dem bunte Fischerboote vor Anker liegen. Hier kann man den Fischern und Anglern bei ihrer Arbeit zusehen, bevor der Weg weiter bis zum Leuchtturm Faro Rosso führt.
Direkt daneben befindet sich die Spiaggia Libera. Mir persönlich hat dieser Strand allerdings nicht ganz so gut gefallen, da er von zahlreichen Sonnenschirmen und Liegen geprägt ist und dadurch etwas überlaufen wirkte.
Besonders begeistert hat mich dagegen die historische Altstadt. Die Corso della Libertà lädt mit kleinen Boutiquen, gemütlichen Cafés, Eisdielen und typisch italienischen Restaurants zum Bummeln ein. Von dort führen enge Gassen hinauf zum Castello Aragonese, das hoch über dem Ort thront. Besonders gut hat mir dabei die Via Montebello gefallen. Wunderschöne Natursteinhäuser, steinerne Treppen und Blumen reihen sich hier aneinander.
An der Burg angekommen wird man mit einem traumhaften Ausblick über das Meer und die Landschaft der Maremma belohnt. Nur wenige Schritte vom Castello entfernt befindet sich außerdem die kleine Kirche Chiesa di San Giovanni Battista, die ebenfalls einen Besuch wert ist.
Ein weiteres Highlight ist das Naturschutzgebiet Riserva Naturale Diaccia Botrona, das unmittelbar an Castiglione della Pescaia grenzt. Es zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Italiens und beeindruckt mit einer abwechslungsreichen Landschaft aus flachen Lagunen, Schilffeldern, Salzwiesen und kleinen Wasserläufen. Hier finden zahlreiche Vogelarten einen geschützten Lebensraum, darunter Flamingos, Reiher, Kormorane und viele weitere Wasservögel.
Ich kann einen Spaziergang durch dieses Naturparadies nur empfehlen. Die Ruhe, die weiten Landschaften und die vielfältige Tierwelt sind einfach zu schön. Ein guter Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Ponte di Badia, von dem mehrere Spazier- und Radwege durch das Naturschutzgebiet führen.
2. Talamone
Mein Favorit an der Küste ist der wunderschöne Fischerort Talamone. Hoch auf einem Felsen über dem Meer gelegen, begeistert der kleine Ort mit einer mittelalterlichen Altstadt, einem historischen Hafen und traumhaften Ausblicken auf die Küste der Maremma.
Zunächst sollte man auf jeden Fall einen Spaziergang am Hafen machen, hier liegen Fischerboote an und Angler versuchen ihr Glück. Unbedingt bis zum Wellenbrecher Frangiflutti laufen, von dort hat man einen fantastischen Blick auf das Meer, die Segelboote sowie die zahlreichen Kite- und Windsurfer, die vor der Küste ihre Bahnen ziehen. Gleichzeitig bietet sich von hier ein wunderschönes Panorama auf Talamone.
Anschließend lohnt sich ein Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Vorbei an alten Natursteinhäusern, kleinen Boutiquen und gemütlichen Restaurants gelangt man zum Piazza IV Novembre, von dem sich ein toller Blick auf den Hafen eröffnet.
Von dort führen schmale Gassen hinauf zur Rocca Aldobrandesca, der mittelalterlichen Festung von Talamone. Oben angekommen wird man mit einem beeindruckenden Panoramablick über den Hafen, das Tyrrhenische Meer, die kleine Badebucht Bagno delle Donne und den Parco della Maremma belohnt. Besonders empfehlenswert ist ein Rundgang um die Festung, denn von den verschiedenen Aussichtspunkten eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven auf die Küste und die umliegende Landschaft.
Wer nach dem Stadtbummel eine Abkühlung sucht, kann zur Bucht Bagno delle Donne hinuntergehen. Das glasklare Wasser und die felsige Kulisse machen sie zu einem wunderschönen Ort zum Schwimmen und Entspannen.
Aber auch herrliche Küstenwanderungen durch den Parco della Maremma sind möglich. Das weitläufige Schutzgebiet erstreckt sich entlang der Küste und begeistert mit Pinienwäldern, Olivenhainen, wilden Stränden und fantastischen Ausblicken. Über die Via Cala di Forno sind wir in den Parco della Maremma gegangen. Dort starten dann Wanderwege, die entlang der Küste und tollen Aussichtspunkten führen.
3. Die heißen Quellen von Saturnia
Kommen wir nun zu einem absoluten Instagram-Hotspot. In der Toskana findet man viele Schwefelquellen, doch keine sind so bekannt wie die heißen Quellen von Saturnia. Unzählige Bilder dieses beeindruckenden Naturwunders hatte ich bereits gesehen, deshalb wollte ich die Cascate del Mulino unbedingt einmal mit eigenen Augen erleben.
Um dem Massentourismus wenigstens etwas zu entgehen, sind wir bereits früh morgens aufgebrochen. Und das kann ich jedem nur empfehlen. Bevor man die Quellen erreicht, lohnt sich ein kurzer Stopp am Aussichtspunkt „Cascate del Mulino View Point“ an der Straße SP10. Von hier bietet sich ein fantastischer Blick auf die Thermalquellen.
Direkt neben den Quellen befindet sich ein großer, kostenpflichtiger Parkplatz. Von dort erreicht man die Cascate del Mulino in wenigen Minuten zu Fuß. Vor Ort gibt es außerdem ein Café, Umkleidemöglichkeiten und Duschen. Die Quellen sind das ganze Jahr über kostenlos zugänglich und haben eine Temperatur von etwa 37,5 °C
Schon beim Ankommen steigt einem der typische Schwefelgeruch in die Nase. Der Anblick der Quellen ist einfach ein Traum: Kristallklares Wasser fließt über die hellen Kalksteinterrassen und sammelt sich in zahlreichen natürlichen Becken, ein Anblick, der fast unwirklich wirkt und zu Recht zu den bekanntesten Fotomotiven der Toskana zählt.
Wir waren schon wirklich früh dort (gegen 6.30 Uhr) und trotzdem war schon viele BesucherInnen dort, ich willl mir nicht vorstellen, wie voll es zu den Hauptzeiten ist Wir sind auch nur kurz geblieben, da wir und bei dem Massentourismus nicht so wohl gefühlt haben. In der Gegend gibt es auch noch andere Quellen, diese würde ich beim nächsten Mal ansteuern. Trotzdem bin ich froh, dieses Spektakel einmal gesehen zu haben, denn der Anblick der Kalkterrassen ist traumhaft und bleibt in Erinnerung.
4. Der Traumstrand Cala Violina
Der Cala Violina, auch als Violinenstrand bekannt, zählt für viele zu den schönsten Stränden Italiens, und nach meinem Besuch kann ich das absolut nachvollziehen. Versteckt zwischen den Naturschutzgebieten der Bandite di Scarlino erwartet Besucher eine traumhafte Bucht mit feinem, hellem Sand, glasklarem Wasser und einer herrlichen Kulisse aus Pinienwald und mediterraner Vegetation.
Seinen Namen verdankt der Strand dem besonders feinen Quarzsand. Läuft man barfuß darüber, entsteht dabei wohl das Geräusch einer Violine (bei mir hat es jedoch nicht geklappt).
Schon der Weg zum Strand ist Teil des Erlebnisses. Vom Parkplatz führt ein rund 1,5 Kilometer langer Spaziergang (gute 20 Minuten) durch einen schattigen Pinienwald bis zur Bucht.
Als wir schließlich den Strand erreichten, wurden wir mit einem wunderschönen Anblick belohnt. Das glasklare Wasser schimmerte in den unterschiedlichsten Türkistönen. Da die Bucht flach ins Meer abfällt, eignet sie sich auch hervorragend zum Schwimmen und Schnorcheln.
Trotz seiner Beliebtheit wirkt der Cala Violina erstaunlich ursprünglich. Es gibt nur wenige Einrichtungen, sodass der natürliche Charakter der Bucht erhalten geblieben ist.
Aber Achtung in den Sommermonaten ist der Strand äußerst beliebt. Ab dem 1.6. ist die Zahl der Besucher begrenzt und ein Besuch muss während der Hauptsaison vorab online reserviert werden. Wer die Cala Violina in aller Ruhe genießen möchte, sollte möglichst früh am Morgen oder außerhalb der Ferienzeiten kommen.
Wir haben uns ein Ticket online gebucht und waren ganz früh da, sodass wir den Strand tatsächlich für uns hatten. Das wird mir im Gedächtnis bleiben.
Wer gerne wandern möchte, kann dies im Naturschutzgebieten der Bandite di Scarlino wunderbar machen.
Besonders schön ist die Wanderung weiter zur Cala Martina, einer kleinen, naturbelassenen Bucht mit kristallklarem Wasser. Der Weg führt überwiegend durch den schattigen Wald und immer wieder zu Aussichtspunkten, von denen man die felsige Küste und das Meer bewundern kann. Für die Strecke von der Cala Violina zur Cala Martina sollte man je nach Tempo etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.
Wer gerne längere Touren unternimmt, kann den Strand auch in eine Rundwanderung durch die Bandite di Scarlino einbinden. Die abwechslungsreichen Wege führen durch unberührte Natur, vorbei an versteckten Buchten und immer wieder zu herrlichen Panoramablicken über den Golf von Follonica.
Monte Argentario
Ein traumhafter Ort und eine ganz eigene Welt ist die Halbinsel Monte Argentario, Über zwei schmale Sanddünen ist sie mit dem Festland verbunden. Die zwe Hauptorte sind Porto Santo Stefano und Porto Ercole, dazu zahlreiche Badebuchten und Strände, sowie eine herrliche Panoramastraße.
1. Porto Ercole
Porto Ercole ist mein Lieblingsort auf der Insel, welch ein wunderschöner kleiner Fischerort. Hier sollte man unbedingt die Hafenpromenade entlangspazieren und die Blicke auf die kleinen Boote, das Meer und die grünen Felsen genießen. Restaurants und Cafés laden zu einer Pause ein.
Besonders schön fand ich es, den Hafen einmal komplett zu umrunden und anschließend bis zum Ende des Stegs „Porto di Porto Ercole“ zu laufen. Von dort eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf das tiefblaue Meer, die zerklüftete Küste und den gesamten Ort.
Vor allem die sattgrünen Felsen, die steil aus dem Meer aufragen, haben mich beeindruckt. Sie erinnerten mich tatsächlich ein wenig an die Landschaften Norwegens, nur eben mit mediterraner Vegetation und türkisblauem Wasser. Der Blick vom Steg zurück auf den Hafen mit den bunten Booten und den pastellfarbenen Häusern gehört definitiv zu den schönsten Ausblicken auf Monte Argentario. Porto Ercole umgibt eine Ruhe und Entspanntheit, die einzigartig sind.
2. Porto Santo Stefano
Porto Santo Stefano ist deutlich lebhafter als Porto Ercole. Ein Spaziergang an der Hafenpromenade ist ein Muss. Fischerboote und Yachten liegen hier im Hafen und Palmen zäumen den Weg. Ich empfehle den Hafen wirklich abzugehen, am besten startet man am Porto Santo Stefano und geht dann bis zur Bucht Spiaggia di Il moletto. Hier kommt man am schönen Platz Piazzale del Rioni vorbei, und hat einen herrlichen Ausblick auf das Meer und die bunten Häuser von Porto Santo Stefano.
Auch ein Besuch der Festung ist zu empfehlen, zwar nicht unbedingt wegen der Festung selbst (diese hatte geschlossen), sondern wegen der tollen Sicht über die bunten Häuser von Porto Santo Stefano bis zum Meer. Der Abstieg erfolgt dann über die wunderschönen Gassen voller bunter Häuser rund um die Via del Mandorlo, bis man wieder am Wasser ankommt.
3. Strände
Monte Argentario begeistert mit zahlreichen traumhaften Stränden und versteckten Buchten. Viele von ihnen sind allerdings nur zu Fuß über schmale Wanderwege oder steile Treppen erreichbar.
Einer unserer Favoriten war die Spiaggia Lunga. Ein recht steiler Weg mit mehreren Treppenstufen führt hinunter zur Bucht. Unten angekommen erwartet einen glasklares Wasser, eine Mischung aus Kies und Felsen sowie eine wunderschöne Naturkulisse. Während unseres Besuchs hatten wir den Strand sogar ganz für uns allein, das war ganz besonders.
Eine weitere tolle Bucht, die wir besucht haben, ist die Cala del Gesso. Diese gilt für viele als die schönste Bucht von Monte Argentario. Das glasklare, türkisfarbene Wasser erinnert fast an die Karibik und lädt zum Schwimmen und Schnorcheln ein. Der Strand besteht überwiegend aus Kieseln und kleinen Felsen und ist von einer wilden, mediterranen Landschaft umgeben.Der Weg hinunter ist zwar etwas steil und dauert etwa 20 bis 30 Minuten, doch die Mühe wird mit einer traumhaften Kulisse belohnt. Wer früh am Morgen kommt, kann die Bucht oft noch in aller Ruhe genießen.
Ein ganz anderer Strand ist hingegen der Feniglia-Strand. Er liegt auf der Landzunge zwischen Monte Argentario und dem Festland. Über mehrere Kilometer zieht sich hier ein feiner Sandstrand entlang eines dichten Pinienwaldes. Der Feniglia-Strand ist viel einfacher zu erreichen, deshalb ist er natürlich auch oft recht voll.
4. Strada Panoramica
Nicht nur die Strände machen Monte Argentario zu einem besonderen Reiseziel – auch die Fahrt entlang der Strada Panoramica ist ein echtes Erlebnis. Die rund 20 Kilometer lange Küstenstraße verbindet Porto Santo Stefano mit Porto Ercole und schlängelt sich in zahlreichen Kurven entlang der felsigen Steilküste.
Hinter beinahe jeder Kurve eröffnet sich ein neuer Ausblick auf das Meer, versteckte Buchten und die grün bewachsenen Hügel der Halbinsel. Besonders beeindruckend fand ich den Kontrast zwischen den schroffen Felsen, der mediterranen Macchia und dem Wasser.
Immer wieder laden kleine Parkbuchten dazu ein, anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Mein persönlicher Lieblingsaussichtspunkt lag kurz hinter Porto Santo Stefano, etwas hinter der Cala Cacciarella. Von hier eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die Küste und das glasklare Meer. Auch der Abschnitt zwischen der Spiaggia Le Scorpacciate und der Isola Rossa hat mich begeistert. Ehrlich gesagt hätte ich am liebsten hinter jeder Kurve angehalten, denn ständig eröffnen sich neue, spektakuläre Ausblicke.
Doch nicht nur die Aussicht macht die Strada Panoramica so besonders. Auch die Fahrt selbst ist ein Erlebnis. Die Straße schlängelt sich durch felsige Hänge, dichte mediterrane Vegetation und immer wieder vorbei an kleinen Buchten.
Aber Achtung, die Straße ist teilweise wirklich eng und auch nicht im besten Zustand, also langsam fahren und genug Zeit einplanen.