Jura

Im Osten Frankreichs, direkt an der Grenze zur Schweiz, liegt das wunderschöne Jura. Die Region hat mich sofort begeistert: dichte Wälder, tiefe Täler, beeindruckende Wasserfälle, türkisfarbene Seen und imposante Felsformationen, die der Landschaft ihren ganz besonderen Charakter verleihen. Dazu kommen Weinreben, weite Wiesen mit Kühen und Schafen, kleine Bauernhöfe und idyllische Dörfer. Überall herrscht eine angenehme Ruhe.

Das Jura gehört nicht zu den überlaufenen Regionen Frankreichs und genau das habe ich hier besonders genossen. Vielerorts fühlt man sich mitten in der Natur und kann die Landschaft ganz in Ruhe entdecken.

Wasserfälle

1. Cascades du Hérisson

2. Gorges de la Langouette

 

Seen

1. Das 4-Seen-Gebiet

2. Lac de Chalain

3. Lac de Vouglans

Dörfer

1. Château-Chalon

2. Baume-les-Messieurs

Wasserfälle

1. Cascades du Hérisson

Die Cascades du Hérisson gehören zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten im französischen Jura. Auf einer Strecke von rund drei Kilometern stürzt sich der Fluss Hérisson über mehrere Wasserfälle und Kaskaden durch ein dicht bewaldetes Tal. Dabei wechseln sich kleine Wasserläufe mit beeindruckenden Wasserfällen ab, die teilweise über hohe Kalksteinfelsen hinabstürzen.

Insgesamt gibt es mehrere größere und kleinere Kaskaden. Zu den bekanntesten gehören der Cascade de l’Éventail, der Grand Saut und der Saut Girard. Besonders eindrucksvoll ist der Cascade de l’Éventail, dessen Wasser über eine etwa 65 Meter hohe Felswand hinabstürzt.

Am schönsten erlebt man die Cascades du Hérisson auf dem Wanderweg, der entlang des Flusses durch das bewaldete Tal führt. Der Weg ist teilweise steil und führt über Wurzeln, Steine und Treppen. Die Anstrengung lohnt sich aber, denn man kommt ganz nah an die Wasserfälle ran und hat eine tolle Aussicht auf die Felsen und den Wald. Ein guter Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz Maison des Cascades.

Wer die komplette Strecke wandert, sollte für Hin- und Rückweg inklusive Pausen etwa 3 bis 4 Stunden einplanen. Ein großer Vorteil der Wanderung ist, dass man die spektakulärsten Wasserfälle bereits relativ am Anfang der Strecke erreicht. Wer also nicht die komplette Wanderung machen möchte oder weniger Zeit hat, kann problemlos nur ein kürzeres Stück laufen. Schon nach etwa einer Stunde bekommt man einige der schönsten Kaskaden zu sehen und kann anschließend wieder umkehren. So lässt sich das Naturhighlight auch mit wenig Zeit wunderbar erleben.

Bei meinem Besuch herrschte leider große Trockenheit, weshalb einige der Wasserfälle deutlich weniger Wasser führten und dadurch nicht ganz so spektakulär waren. Trotzdem hat sich die Wanderung durch die herrliche Landschaft für mich absolut gelohnt.

 

2. Gorges de la Langouette

Einen kurzen Halt habe ich an der Gorges de la Langouette gemacht. Dies ist eine beeindruckende, tief eingeschnittene Schlucht. Ein kleiner Wanderweg führt entlang der Schlucht und bietet immer wieder schöne Blicke auf das türkis schimmernde Wasser, die moosbewachsenen Felsen und die dicht bewachsene Umgebung. Besonders beeindruckend ist, wie eng die Schlucht an manchen Stellen wird und wie sich das Wasser durch die Felsen zwängt. Oben erwartet einen ein toller Wasserfall, der in die Schlucht fließt. 

seen

1. Das 4-Seen-Gebiet

Rund um die vier Seen Lac de Narlay, Lac d’Ilay, Lac de Maclu und Lac de Bonlieu erstreckt sich eine wunderschöne, von Wäldern und grünen Hügeln geprägte Landschaft. Das Gebiet liegt auf einem Hochplateau und gehört für mich zu den schönsten Naturregionen des Jura. Die Seen unterscheiden sich in ihrer Größe und ihrem Charakter. Besonders schön sind die zahlreichen Aussichtspunkte, Wanderwege und kleinen Pfade, von denen aus sich immer wieder tolle Blicke auf die Seen und die umliegenden Wälder ergeben.

An den Seen kann man wunderbar einige Stunden verbringen, von See zu See fahren, verschiedene Aussichtspunkte besuchen oder eine längere Wanderung durch die abwechslungsreiche Landschaft unternehmen.

Mein persönliches Highlight war die Wanderung zum Belvédère des 4 Lacs. Der Ausblick von dort oben ist einfach unglaublich. Wie gemalt liegen die vier Seen unter einem, eingebettet in die dichten Wälder und die wunderschöne Landschaft des Jura. Dieser Blick gehört für mich definitiv zu den schönsten Aussichtspunkten der Region.

Die Wanderung kann direkt unten bei den Seen gestartet werden. Ausgangspunkt ist Chaux-du-Dombief. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, kann mit dem Auto bis zum Parkplatz am Aussichtspunkt fahren. Von dort sind es nur etwa zehn Minuten zu Fuß bis zur Aussichtsplattform.

Wer noch weiter wandern möchte, kann die Tour mit einem Abstecher zum Pic de l’Aigle verbinden. Vom Belvédère aus erreicht man den Bergkamm in etwa einer guten halben Stunde. Auch von dort bietet sich eine tolle Aussicht über die Landschaft des Jura.

Wer lieber einen gemütlichen Spaziergang am Wasser unternehmen möchte, findet rund um den Lac d’Ilay einen wunderschönen Weg. Dafür kann man am Parking Sud du lac d’Ilay parken und anschließend einfach den Wegweisern folgen. Der Spazierweg führt direkt am See entlang und bietet immer wieder schöne Blicke auf das Wasser und die umliegende Natur.

 

2. Lac de Chalain

Der Lac de Chalain ist der größte natürliche See im französischen Jura und gehört mit seinem türkisblauen, glasklaren Wasser zu den bekanntesten Seen der Region. Eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und grünen Wiesen, ist der See wirklich wunderschön.

Rund um den See gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Landschaft zu genießen. An den Ufern laden kleine Buchten und Liegewiesen zum Verweilen ein, im Sommer wird der See außerdem gerne zum Baden und für verschiedene Wassersportarten genutzt. Wer es ruhiger mag, kann einen Spaziergang entlang des Ufers unternehmen und dabei immer wieder schöne Blicke auf das türkisfarbene Wasser genießen.

Besonders schön ist der Blick von den höher gelegenen Aussichtspunkten rund um den Lac de Chalain. Eine schöne Wanderung startet in Fontenu und führt über mehrere Aussichtspunkte, darunter den Belvédère de Fontenu, den Belvédère Sur-la-Roche, den Belvédère de la Frate und den Belvédère du Lac. Die kürzere Variante ist etwa 5,8 Kilometer lang und dauert ungefähr zwei Stunden.

Der Weg führt teilweise durch schattige Waldabschnitte und entlang der Felsen. Immer wieder öffnen sich dabei fantastische Ausblicke auf den türkisblauen Lac de Chalain und die umliegenden Wälder. 

Wer eine längere Tour unternehmen möchte, kann die Wanderung auch mit einem Abschnitt direkt am See verbinden. Die offizielle Rundwanderung um den Lac de Chalain ist deutlich länger und führt sowohl durch die Landschaft oberhalb des Sees als auch entlang des Ufers.

3. Lac de Vouglans

Der Lac de Vouglans ist ein künstlich entstandener Stausee.  Mit seiner außergewöhnlichen, langgezogenen Form schlängelt er sich über mehr als 30 Kilometer durch die bewaldete Landschaft. Das türkis- bis smaragdgrüne Wasser bildet dabei einen tollen Kontrast zu den dicht bewachsenen Hängen und den steilen Felswänden. Der See ist vor allem im Sommer ein beliebtes Ziel zum Baden, Segeln, Kanufahren und für andere Wassersportarten. 

Mich persönlich hat der Lac de Vouglans allerdings nicht ganz abgeholt, vielleicht lag es daran, dass mir die natürliche Schönheit der anderen Seen im Jura noch besser gefallen hat. Trotzdem lohnt es sich, den See einmal von oben zu betrachten. Besonders schön ist der Belvédère du Regardoir. Von hier eröffnet sich ein toller Blick auf das weitläufige Gewässer und die beeindruckende Landschaft rund um den See.

dörfer

1. Château-Chalon

Château-Chalon gehört für mich zu den schönsten Dörfern im französischen Jura. Hoch oben auf einem Felsvorsprung gelegen, thront der kleine Ort über den Weinbergen und bietet immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Die hübschen Steinhäuser und engen Gassen verleihen Château-Chalon einen ganz besonderen Charme. Der Weinbau ist hier allgegenwärtig, überall entdeckt man Weinreben, kleine Weinkeller und gemütliche Weinbars.

Besonders schön sind die zahlreichen Aussichtspunkte, die man bei einem Spaziergang durch den Ort entdecken kann. Vom Belvédère Saint-Jean hat man einen tollen Blick auf Château-Chalon selbst und die weitläufigen Weinberge. Etwas versteckter liegt der Belvédère de la Rochette, von dem sich der Blick über die grüne Landschaft öffnet. Auch rund um die Église Saint-Pierre ergeben sich wunderschöne Ausblicke auf die Weinreben.

Château-Chalon ist zwar klein, aber gerade deshalb lohnt es sich, ohne großen Plan durch die engen Gassen zu schlendern. Rund um die Rue de la Roche, Rue Ducret und Rue de la Forge gibt es hübsche Häuser, kleine Details und immer wieder eine Weinbar zu entdecken. Am besten lässt man sich einfach treiben und nimmt sich Zeit, irgendwo ein Gläschen des für die Region typischen Weins zu probieren.

Auch die Église Saint-Pierre selbst ist einen Besuch wert. Besonders schön fand ich den kleinen Vorplatz mit seinen großen Bäumen, ein wunderbarer Ort, um kurz innezuhalten und die besondere Atmosphäre von Château-Chalon auf sich wirken zu lassen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte Château-Chalon auch einmal verlassen und einen Spaziergang durch die umliegenden Weinberge unternehmen. Rund um das Dorf führen verschiedene Wege durch die Reben und hinunter in die grüne Landschaft des Jura. Dabei ergeben sich immer wieder schöne Blicke zurück auf Château-Chalon, das eindrucksvoll auf seinem Felsvorsprung thront.

Ein Spaziergang kann beispielsweise unterhalb der Église Saint-Pierre beginnen und durch die Weinterrassen führen. Auch vom direkt darunterliegenden Ort Voiteur führen Wege durch die Weinberge hinauf nach Château-Chalon.

Ich selbst bin in Nevy-sur-Seille gestartet. Von dort führt ein schöner Weg durch die Weinberge hinauf nach Château-Chalon. Besonders beeindruckend fand ich dabei den Blick auf das Dorf, das hoch oben auf seinem Felsen über den Weinreben thront.

Tipp: In Navy-sur-Seille befindet sich der schöne Fluss Seille, an der Brücke Pont Billin kann man eine herrliche Pause machen. 

2. Baume-les-Messieurs

Baume-les-Messieurs ist ein wirklich beeindruckender Orte im französischen Jura. Das kleine Dorf liegt idyllisch in einem tiefen Talkessel und ist von imposanten, hundert Meter hohen Kalksteinfelsen umgeben. Schon die Anfahrt durch das enge Tal ist beeindruckend: je näher man dem Dorf kommt, desto gewaltiger wirken die Felswände.

Das Dorf selbst ist klein. Zwischen alten Steinhäusern, kleinen Gassen und viel Grün lässt es sich wunderbar spazieren gehen. Besonders sehenswert ist die Abtei Saint-Pierre, die mit ihren historischen Gebäuden das Ortsbild prägt. Hier würde ich auf jeden Fall einen Besuch im Inneren der Kirche und den Innenhof der Abtei empfehlen. Besonders toll ist auch der Weg, der überhalb der Abtei entlangläuft, hier hat man einen tollen Blick auf die Abtei selbst. Doch nicht nur das Dorf selbst ist einen Besuch wert. Rund um Baume-les-Messieurs warten zwei besondere Naturhighlights.

Ein  Highlight ist die Grotte de Baume. Die Höhle liegt am Ende des Talkessels und ist von hohen Felswänden umgeben. Schon der Weg dorthin ist sehenswert, denn man bewegt sich durch eine beeindruckende Landschaft aus Kalksteinfelsen und dichtem Grün.

Im Inneren der Grotte erwarten einen große unterirdische Räume und beeindruckende Tropfsteinformationen. Die Höhle kann nur mit einem Ticket und im Rahmen einer Führung besichtigt werden, die mehrmals täglich stattfindet. Ich selbst war leider zu spät dort und konnte an keiner Führung mehr teilnehmen. Deshalb konnte ich die Grotte leider nicht von innen besichtigen.

Gleich in der Nähe der Grotte liegen die Cascades des Tufs. Dabei handelt es sich um Wasserfälle, die aus dem Kalkstein hervortreten und über die charakteristischen Tuffsteinformationen in mehreren kleinen Kaskaden hinabfließen.

Soweit zumindest in der Theorie: Bei meinem Besuch waren die Wasserfälle aufgrund der starken Trockenheit komplett ausgetrocknet, sodass ich die eigentlichen Kaskaden nur noch erahnen konnte.

Die besondere Lage hat den Besuch für mich aber trotzdem lohnenswert gemacht. Die Kombination aus den imposanten Felswänden, dem dichten Grün und den charakteristischen Tuffsteinformationen ist auch ohne Wasser beeindruckend. Bei ausreichend Wasser stelle ich mir die Cascades des Tufs allerdings noch einmal ganz besonders schön vor.

Mein persönliches Highlight rund um Baume-les-Messieurs ist der Aussichtspunkt im höher gelegenen Ort Granges-sur-Baume. Vom Belvédère de Granges-sur-Baume eröffnet sich eine fantastische Aussicht auf das tief im Talkessel gelegene Dorf und die steilen Felswände.

Hier sollte man allerdings nicht nur oben am eigentlichen Aussichtspunkt stehen bleiben. Wenn man ein kleines Stück hinuntergeht, erreicht man noch eine weitere Aussichtsterrasse, von der sich ein besonders schöner Blick auf Baume-les-Messieurs und die umliegende Landschaft eröffnet.

Direkt neben dem Aussichtspunkt befindet sich außerdem eine Käserei. Hier kann man den für die Region berühmten Comté kaufen und das zu wirklich erschwinglichen Preisen. Der Käse hat fantastisch geschmeckt. 

Den Aussichtspunkt erreicht man entweder zu Fuß von Baume-les-Messieurs aus. Der Weg dauert ungefähr eine Stunde und führt durch die schöne Landschaft hinauf nach Granges-sur-Baume. Wer nicht wandern möchte, kann natürlich auch ganz bequem mit dem Auto hinauffahren.