Kleinere Orte in der Toskana

Es gibt kaum etwas, das die Toskana so sehr prägt wie ihre kleinen Städtchen. Enge Gassen, mittelalterliche Stadtmauern, lebendige Marktplätze, zahlreiche Kirchen sowie Häuser aus Naturstein mit Terrakottadächern und blumengeschmückten Eingängen verleihen der Region ihren unverwechselbaren Charme.

Viele der Orte ähneln sich auf den ersten Blick, trotzdem hat jedes Städtchen seine ganz eigene Atmosphäre. Während einige zu den bekanntesten Reisezielen der Region gehören und jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher anziehen, sind andere noch echte Geheimtipps.

Gerade in der Hochsaison lohnt es sich, die Reiseplanung bewusst anzugehen: Welche Orte möchte man unbedingt sehen und wo kann man stattdessen auf weniger bekannte Alternativen ausweichen? Ich persönlich bin ohnehin ein großer Fan des Reisens in der Nebensaison und diese bietet sich auch vor allem für die Hotspots der Toskana an. Dann zeigen sich selbst die beliebtesten Orte von ihrer entspannten und authentischen Seite.

Volterra

Certaldo

Colle di Val d'Elsa

San Gimignano

Cortona

Pienza

Montepulciano

Montalcino

Pitigliano

Sorano

Sovana

vOLTAERRA

Volterra ist ein Bergdorf, das auf einem Hügel zwischen den Regionen "Val di Cecina" und "Val d’Era" thront. Volterra hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Im Vergleich zu vielen anderen Orten der Toskana war hier deutlich weniger los. Als Etruskerstadt war an jeder Ecke die mittelalterliche Atmosphäre zu spüren. Besonders toll ist die Landschaft, die Volterra umgibt. Von den verschiedensten Aussichtspunkten hat man eine herrliche Aussicht auf die umgebene Landschaft. 

Das Herzstück Volterras ist die "Piazza dei Priori". Hier befindet sich das Rathaus, das wohl bekannteste Bauwerk der Stadt und zugleich das älteste Rathaus der Toskana. Die Natursteinfassade mit ihren zahlreichen Wappen und der markante Uhrturm ziehen sofort die Blicke auf sich. Während ich über den Platz schlenderte und die historischen Gebäude betrachtete, fühlte ich mich in eine andere Zeit versetzt. Das Rathaus kann auch von innen besichtigt werden. Dort erwarten Besucher beeindruckende Fresken und kunstvolle Wandmalereien. Wer die vielen Stufen nicht scheut, sollte auch den Turm erklimmen, denn die Aussicht über die Dächer Volterras ist wunderschön.

Direkt neben der Piazza dei Priori liegt die "Piazza San Giovanni" mit dem Dom von Volterra. Gegenüber befindet sich das achteckige Baptisterium. Gemeinsam bilden die beiden Bauwerke eines der schönsten historischen Ensembles der Stadt.

Die Altstadt von Volterra gleicht einem Labyrinth aus verwinkelten Gassen. Am schönsten ist es, sich einfach treiben zu lassen, einen Kaffee zu genießen und durch die zahlreichen kleinen Geschäfte zu stöbern. Volterra ist seit Jahrhunderten für sein Alabasterhandwerk bekannt, und noch heute findet man überall Werkstätten und Läden, die kunstvolle Objekte aus dem hellen Gestein anbieten.

Besonders gefallen hat mir die "Via Porta all'Arco" mit ihren kleinen Kunstgalerien und den liebevoll restaurierten Häusern.

Ebenfalls sehr sehenswert sind die Gassen rund um die "Via Firenzuola". Hier zeigt sich Volterra von seiner besonders charmanten Seite, mit historischen Fassaden und einer angenehm ruhigen Atmosphäre.

Etwas oberhalb der Altstadt befindet sich der "Parco Archeologico Enrico Fiumi". Der Park ist eine grüne Oase und eignet sich perfekt für eine kleine Pause vom Sightseeing. Hier befinden sich außerdem die Überreste einer etruskischen Akropolis, die gegen Eintritt besichtigt werden kann. Direkt daneben erhebt sich die imposante Medici-Festung, die das Stadtbild von Volterra bis heute prägt.

Besonders schön sind auch die "Viale dei Ponti" und die "Via di Porta a Selci". Die Wege verlaufen entlang der Stadtmauern und bieten immer wieder fantastische Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Am "Piazza Martiri della Libertà" endet der Panoramaweg. Von hier aus hat man einen der schönsten Blicke auf die Dächer und Türme Volterras.

Sehr beeindruckend ist das "Teatro Romano". Die liegt am Fuße der Altstadt und bot einst mehreren tausend Zuschauern Platz. Noch heute sind die halbkreisförmigen Sitzreihen, die Bühne und die Überreste der dahinterliegenden Gebäude gut erkennbar. Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen den antiken Ruinen und den mittelalterlichen Mauern der darüber thronenden Stadt. Der Eintritt liegt bei 10€. 

certaldo

Certaldo gehört für mich zu den schönsten kleineren Orten der Toskana. Die Stadt liegt zwischen Florenz und Siena und wird oft übersehen, obwohl sie mit einer wunderbar erhaltenen Altstadt und einer mittelalterlichen Atmosphäre begeistert. Besonders schön ist, dass Certaldo deutlich weniger besucht wird als viele andere toskanische Städte und dadurch herrlich entspannt ist.

Das eigentliche Highlight ist Certaldo Alto, die mittelalterliche Oberstadt. Diese kann man entweder mit einer kleinen Standseilbahn erreichen, oder man steigt in ungefähr 10 Minuten zu Fuß nach oben (dafür einfach parallel zur Standseilbahn nach oben gehen). An der Oberstation der Seilbahn wartet ein toller Ausblick auf die Stadt und die Umgebung. Die Altstadt selbst bietet enge Gassen, Backsteinhäuser und kleine Cafés und Restaurants. Anders als in vielen anderen Orten der Toskana dominieren hier nicht Natursteinfassaden, sondern die charakteristischen roten Backsteine, die Certaldo einen ganz eigenen Charme verleihen. Die alte Kirche "Chiesa dei Santi Jacopo e Filippo" versetzen einen in vergangene Zeiten. Besonders sehenswert ist der Palazzo Pretorio mit seiner auffälligen Fassade, die von zahlreichen Wappen geschmückt wird.

Besonders gut gefallen hat mir der Spaziergang entlang der "Via del Castello" bis zu ihrem Ende. Von hier aus genießt man noch einmal einen wunderbaren Ausblick über das Tal. Anschließend kann man entlang der Stadtmauer spazieren und über einen kleinen Weg gemütlich zurück in die Unterstadt gelangen.

Colle di Val d'Elsa

Colle di Val d'Elsa ist einer dieser unterschätzten Orte der Toskana, die man leicht übersieht. Gerade das macht den besonderen Charme der Stadt aus: Im Vergleich zu vielen bekannten Ausflugszielen geht es hier deutlich ruhiger und entspannter zu.

Die historische Oberstadt, Colle Alta, erreicht man entweder über die steilen Gassen Via San Sebastiano und La Costa oder ganz bequem mit einem Aufzug aus der Unterstadt. Oben angekommen erwarten Besucher verwinkelte Gassen, kleine Plätze und wunderschöne Natursteinhäuser. Bereits vom Platz am Aufzug bietet sich ein schöner Blick auf die Unterstadt und die umliegende Landschaft.

Die Altstadt gliedert sich in die beiden Viertel Castello und Borgo. Während im Viertel Castello mit dem Dom vor allem das mittelalterliche Stadtbild dominiert, prägen in Borgo zahlreiche Renaissancegebäude das Erscheinungsbild. Verbunden werden beide Viertel durch die historische Campana-Brücke.

Besonders gut gefallen hat mir die Piazza Santa Caterina. Hier laden mehrere kleine Cafés dazu ein, bei einem Espresso oder Cappuccino eine Pause einzulegen und das entspannte Flair der Stadt zu genießen. Direkt neben dem Platz verläuft die alte Stadtmauer, von der sich ein wunderschöner Blick über das Elsa-Tal eröffnet.

Die Unterstadt ist nicht ganz so spektakulär, trotzdem kann man hier durch ein paar Geschäfte bummeln.

 Ein echtes Naturhighlight ist der Parco Fluviale dell'Elsa am Fuße der Stadt. Entlang des glasklaren Flusses Elsa führt ein wunderschöner Wanderweg durch eine grüne Flusslandschaft mit kleinen Wasserfällen, natürlichen Becken und üppiger Vegetation. Besonders bekannt ist dabei der sogenannte Diborrato-Wasserfall, der ein tolles Fotomotiv abgibt. Ich konnte diese Wanderung leider nicht machen, da sie wegen Reparaturen gesperrt war. Was ich jedoch vom Fluss sehen konnte, hat mich schon mal begeistert. Die Wanderung ist also mit Sicherheit sehr lohnenswert und eine gute Abwechslung zur Stadtbesichtigung. 

San Gimignano

San Gimignano zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Orten der Toskana. Aufgrund seiner zahlreichen mittelalterlichen Geschlechtertürme wird die Stadt oft auch als „Manhattan der Toskana“ bezeichnet. Und tatsächlich: Schon beim ersten Anblick ist die markante Skyline mit den hoch aufragenden Türmen einfach beeindruckend.

Gleichzeitig gehört San Gimignano zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region und ist vor allem in der Hauptsaison oft sehr gut besucht. Deshalb ist der Ort für mich ein wenig eine Gratwanderung zwischen einzigartigem Charme und Overtourism. Die beeindruckende Architektur und das besondere Flair machen einen Besuch auf jeden Fall lohnenswert – allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es hier zeitweise sehr voll werden kann.

Mein wichtigster Tipp ist daher, möglichst früh am Morgen oder außerhalb der Hauptsaison nach San Gimignano zu kommen. Dann lässt sich die mittelalterliche Altstadt noch in aller Ruhe erkunden, und man erlebt den Ort von einer entspannteren Seite.

Die Hauptstraße, die Via San Giovanni, führt vom Stadttor bis ins Herz der Altstadt. Entlang der Gasse reihen sich Souvenirläden, kleine Boutiquen, Kunsthandwerksgeschäfte sowie zahlreiche Cafés und Restaurants aneinander. Sie endet auf der Piazza della Cisterna, dem wohl bekanntesten Platz San Gimignanos. Der dreieckige Platz mit seinen historischen Natursteinhäusern, den mittelalterlichen Türmen und den vielen Cafés versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Trotz der zahlreichen Besucher hat mich dieser Ort mit seiner beeindruckenden Kulisse sofort begeistert.

Direkt daneben liegt die Piazza del Duomo mit dem Dom, dem Palazzo Comunale und dem Torre Grossa, dem höchsten Turm der Stadt. Wer möchte, kann den Turm besteigen und wird mit einem fantastischen Blick über San Gimignano und die umliegende Hügellandschaft belohnt. Wir haben den Aufstieg zwar ausgelassen, ein Besuch lohnt sich aber sicherlich. Da die Tickets begrenzt sind, empfiehlt sich eine Reservierung im Voraus.

Von hier führt die Via San Matteo weiter durch die Altstadt. Auch hier laden zahlreiche Geschäfte, Cafés und Restaurants zum Bummeln und Verweilen ein. Am schönsten ist es jedoch, sich einfach treiben zu lassen und immer wieder in die kleinen Seitengassen abzubiegen. Nur wenige Schritte von der belebten Hauptstraße entfernt wird es deutlich ruhiger und man entdeckt den ursprünglichen Charme San Gimignanos.

Etwas abseits des Trubels liegt der Parco della Rocca. Die kleine Parkanlage entstand auf den Fundamenten einer ehemaligen Festung und ist für mich einer der schönsten Orte der Stadt. Bänke laden zu einer Pause ein, während man den herrlichen Blick über die Dächer San Gimignanos und die sanften Hügel der Toskana genießen kann.

Einen weiteren wunderschönen Aussichtspunkt findet man an der Via degli Innocenti. Von hier schweift der Blick weit über das Tal und die umliegende Landschaft – ein perfekter Ort, um die besondere Lage San Gimignanos auf sich wirken zu lassen.

Mein persönlicher Lieblingsfotospot liegt allerdings etwas außerhalb der Altstadt. An der Via P. Gobetti befindet sich ein kleiner Parkplatz, von dem aus sich die berühmte Skyline mit den zahlreichen Geschlechtertürmen besonders eindrucksvoll zeigt. Generell lohnt es sich, die Umgebung von San Gimignano zu erkunden. Die sanften Hügel, Weinberge und Zypressen machen einen Spaziergang rund um die Stadt zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Cortona

Hoch über dem Val di Chiana thront die malerische Hügelstadt Cortona. Sie gilt als eine der ältesten Städte der Toskana und begeistert mit einer wunderschönen Altstadt sowie herrlichen Ausblicken auf die umliegende Landschaft. Obwohl Cortona durch den Film „Unter der Sonne der Toskana“ weltbekannt wurde, hat sich die Stadt ihren authentischen Charme bewahrt und wirkt meiner Meinung nach deutlich entspannter als viele andere toskanische Orte.

Das Herz der Altstadt bildet die Piazza della Repubblica mit dem historischen Rathaus. Von hier führen zahlreiche verwinkelte Gassen vorbei an kleinen Geschäften, Kunstgalerien und gemütlichen Restaurants. Am schönsten ist es, sich einfach treiben zu lassen und die besondere Atmosphäre der Stadt zu genießen.

Nur wenige Schritte entfernt liegt die Piazza Signorelli, einer der schönsten Plätze Cortonas. Direkt am Platz befinden sich das Teatro Signorelli, das bis heute für Konzerte, Theateraufführungen und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, sowie das MAEC-Museum, das spannende Einblicke in die etruskische Vergangenheit der Stadt bietet. Mit seinen Cafés und historischen Gebäuden lädt der Platz außerdem dazu ein, eine kleine Pause einzulegen und das lebendige Treiben zu beobachten.

Einen der schönsten Ausblicke auf das Val di Chiana genießt man von der Piazza Garibaldi. Von hier reicht der Blick weit über die sanften Hügel der Toskana. Ebenfalls sehr schön ist die kleine Parkanlage am Anfiteatro del Parterre. Zwischen schattigen Bäumen und gepflegten Grünflächen laden mehrere Bänke zu einer Pause ein. Das ehemalige Amphitheater dient heute als Veranstaltungsort für Konzerte und andere kulturelle Events.

Mein persönlicher Lieblingsort in Cortona ist jedoch die Via delle Mura del Duomo. Entlang der alten Stadtmauer eröffnet sich ein wunderschöner Blick über das grüne Tal, während die kleinen Natursteinhäuser der Gasse den besonderen Charme der Stadt unterstreichen. Für mich ist dies einer der schönsten Fotospots in Cortona.

Auch außerhalb der Altstadt warten einige Highlights. Bereits die Anfahrt über die SP34 ist beeindruckend: Schon von Weitem sieht man Cortona majestätisch auf dem Hügel thronen.

Ein absolutes Highlight ist die Basilica di Santa Margherita, die etwas oberhalb der Altstadt liegt. Sie ist der heiligen Margareta von Cortona, der Schutzpatronin der Stadt, gewidmet und zählt zu den bedeutendsten Kirchen der Region. Die Kirche stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und wurde später im neugotischen Stil umgestaltet. Der etwa 20-minütige Spaziergang vom Stadtzentrum lohnt sich gleich doppelt: Zum einen genießt man von hier einen traumhaften Blick über die Dächer Cortonas, das Val di Chiana und bei klarem Wetter sogar bis zum Trasimenischen See. Zum anderen hat mich auch das Innere der Basilika begeistert. Besonders die kunstvoll gestaltete Decke und die für die Kirche typischen schwarz-weißen Streifen haben mir sehr gut gefallen. Wer noch etwas weiter bergauf geht, erreicht die Fortezza del Girifalco, von der sich ein weiteres beeindruckendes Panorama bietet.

Pienza

Pienza gilt als einer der malerischsten Orte im Val d'Orcia – und das völlig zu Recht. Mit seinen wunderschönen Natursteinhäusern, den liebevoll gestalteten Gassen sowie den zahlreichen kleinen Geschäften und Restaurants versprüht der Ort einen ganz besonderen Charme. Allerdings ist Pienza auch eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Da die Altstadt relativ klein ist, kann es vor allem in der Hauptsaison schnell sehr voll werden. Wer den Ort in aller Ruhe genießen möchte, sollte daher möglichst früh am Morgen oder außerhalb der Hauptreisezeit kommen.

In Pienza gibt es gar nicht so viele einzelne Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Vielmehr ist es die besondere Atmosphäre, die den Ort so einzigartig macht. Das Herz der Altstadt bildet die Piazza Pio II, einer der schönsten Renaissanceplätze Italiens. Hier befinden sich der Dom Santa Maria Assunta, der Palazzo Piccolomini, das Diözesanmuseum im Palazzo Borgia sowie das Rathaus Palazzo Comunale. Ein Blick in den Dom lohnt sich auf jeden Fall. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte auch den Palazzo Piccolomini besichtigen. Besonders der Renaissancegarten begeistert mit einem herrlichen Blick über das Val d'Orcia.

Rund um die Piazza laden zahlreiche Cafés und Restaurants zu einer kleinen Pause ein, während sich in den Seitengassen kleine Boutiquen, Feinkostläden und Kunsthandwerksgeschäfte aneinanderreihen. Gerade diese ruhigen Gassen haben mir besonders gut gefallen. Hier entdeckt man liebevoll dekorierte Hauseingänge, blumengeschmückte Fenster und immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Val d'Orcia mit seinen sanften Hügeln, Zypressen und Feldern.

Am Dom vorbei gelangt man zur alten Stadtmauer entlang der Via del Casello. Der Spaziergang entlang der Mauer gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen in Pienza. Von hier schweift der Blick weit über das UNESCO-Welterbe Val d'Orcia – eine Landschaft, die wie kaum eine andere das Bild der Toskana prägt. Besonders in den Morgen- oder Abendstunden, wenn das warme Licht die Hügel in goldene Farben taucht, zeigt sich Pienza von seiner schönsten Seite.

 

 

Montepulciano

Montepulciano ist den meisten vor allem durch seinen berühmten Rotwein, den Vino Nobile di Montepulciano, ein Begriff. Doch die Stadt hat weit mehr zu bieten als edle Tropfen. Hoch auf einem Hügel gelegen begeistert sie mit einer beeindruckenden Altstadt, historischen Bauwerken und herrlichen Ausblicken auf die umliegende Landschaft.

Das Herz der Altstadt bildet die Piazza Grande. Hier befinden sich einige der bedeutendsten Bauwerke Montepulcianos, darunter der Palazzo Comunale, der Dom Santa Maria Assunta und mehrere prachtvolle Renaissancepaläste, wie der Palazzo del Capitano. Der Platz strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus. Sich einfach einen Moment Zeit zu nehmen und die beeindruckende Architektur auf sich wirken zu lassen, gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen in Montepulciano.

Besonders lohnt sich der Aufstieg auf den Turm des Palazzo Comunale. Von oben bietet sich ein fantastischer Blick über die Dächer der Stadt, die Weinberge und die sanften Hügel der Toskana.

Entlang der Via di Voltaia nel Corso reihen sich kleine Geschäfte, gemütliche Cafés, Weinhandlungen und traditionelle Restaurants aneinander. Am schönsten ist es jedoch, immer wieder in die kleinen Seitengassen abzubiegen. Dort geht es deutlich ruhiger zu und man entdeckt versteckte Ecken mit herrlichen Ausblicken. Einer meiner Lieblingsorte ist die Vicolo dei Cacciatori, von der sich ein wunderschöner Blick über die Dächer und die umliegende Landschaft eröffnet.

Auch entlang der Via di Gracciano nel Corso laden zahlreiche Cafés, Weinbars und Restaurants zum Verweilen ein. Besonders ins Auge fällt dabei der Torre di Pulcinella mit seiner außergewöhnlichen Uhr. Geht man weiter bis zur Porta al Prato, bietet sich ein schöner Blick zurück auf die Häuser der Altstadt. Für eine kleine Pause eignet sich außerdem der Giardino di Poggiofanti, eine ruhige Grünanlage mit schattigen Sitzplätzen.

Ein echter Geheimtipp ist für mich das kleine Café und Feinkostgeschäft L'Ortolano. Hier bekommt man frisch belegte Sandwiches, regionale Spezialitäten und natürlich ein Glas Vino Nobile di Montepulciano. Im idyllischen Garten lässt sich wunderbar entspannen – der perfekte Ort, um das besondere Flair der Stadt noch ein wenig länger zu genießen.

Montalcino

Hoch über den Hügeln thront die kleine Stadt Montalcino und bietet herrliche Ausblicke auf die Weinberge, Olivenhaine und die Landschaft des Val d'Orcia. Weltweit bekannt ist Montalcino vor allem für den Brunello di Montalcino, einen der renommiertesten Rotweine Italiens. Doch auch unabhängig vom Wein lohnt sich ein Besuch der charmanten Altstadt.

Ein Wahrzeichen der Stadt ist die mächtige Festung Fortezza di Montalcino aus dem 14. Jahrhundert. Von den begehbaren Wehrgängen eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Weinberge und Hügel der Umgebung.

Das Herz Montalcinos bildet die Piazza del Popolo mit ihrem historischen Rathaus und dem markanten Uhrturm. Rund um den Platz laden kleine Cafés und Restaurants dazu ein, das lebendige Treiben zu beobachten. Von hier führen verwinkelte Gassen vorbei an Weinhandlungen, kleinen Boutiquen und traditionellen Geschäften. Besonders schön ist es, ohne festes Ziel durch die Altstadt zu schlendern und immer wieder neue Ecken zu entdecken.

In Montalcino gibt es einige etwas versteckte Aussichtspunkte, die man bei einem Spaziergang durch die Altstadt unbedingt entdecken sollte.

Die Kathedrale Concattedrale del Santissimo Salvatore liegt am höchsten Punkt der Stadt. Schon der kleine Platz vor der Kirche lädt mit seinen Bänken zum Verweilen ein. Auch ein Blick ins Innere lohnt sich. Geht man anschließend an der Kirche vorbei bis zur Stadtmauer, wird man mit einem herrlichen Blick über das Tal und die umliegende Landschaft belohnt. Mehrere Sitzbänke machen diesen Ort zu einem perfekten Platz für eine kleine Pause.

Ebenfalls sehenswert ist das Santuario di Maria Santissima del Soccorso. Die imposante Kirche beeindruckt nicht nur von außen, sondern auch mit ihrem schönen Innenraum. Direkt daneben befindet sich eine gepflegte Grünanlage, von der sich ein wunderschöner Blick auf die sanften Hügel und das grüne Tal eröffnet.

Besonders gut gefallen haben mir außerdem die Natursteinhäuser entlang der Via Donnoli. Die schmale Gasse versprüht den typischen Charme der Toskana und lädt zum gemütlichen Schlendern ein.

Mein persönlicher Lieblingsaussichtspunkt befindet sich jedoch an der Via della Fonte Minuta. Von hier eröffnet sich ein traumhafter Blick über das Tal. Folgt man dem Weg weiter am Spielplatz Parco Giochi Travaglio vorbei, gelangt man zu einem weiteren Aussichtspunkt, von dem aus man nicht nur die umliegende Landschaft, sondern auch die Dächer Montalcinos wunderbar überblicken kann.

pitiglano

Pitigliano gehört für mich zu den schönsten Orten der Toskana. Gemeinsam mit Sorano und Sovana bildet die Stadt das sogenannte „Dreieck der Tuffsteinstädte“. Schon der erste Anblick ist unvergesslich: Die Altstadt scheint förmlich aus dem Tuffsteinfelsen herauszuwachsen und thront spektakulär am Rand einer steilen Schlucht. Allein dafür lohnt sich die Anreise.

Auch die Fahrt nach Pitigliano ist ein echtes Highlight. Majestätisch erhebt sich die Altstadt auf ihrem mächtigen Tuffsteinfelsen und verschmilzt beinahe mit dem Gestein. Einen der schönsten ersten Ausblicke hat man entlang der SR74, kurz nachdem man die Chiesa della Madonna delle Grazie passiert hat. Ein weiterer wunderschöner Panoramablick auf die Stadt und das Tal eröffnet sich an der Via San Michele.

Die historische Altstadt begeistert mit engen Gassen, kleinen Plätzen und uralten Natursteinhäusern. Hinter jeder Ecke gibt es neue Details zu entdecken, von liebevoll dekorierten Hauseingängen über kleine Handwerksläden bis hin zu gemütlichen Cafés. Pitigliano besitzt eine ganz besondere Atmosphäre, die sich nur schwer beschreiben lässt. Vielleicht liegt es an der spektakulären Lage, vielleicht an den jahrhundertealten Häusern oder an den liebevoll gestalteten Geschäften. Obwohl auch hier viele Besucher unterwegs sind, wirkt die Stadt überraschend ruhig und entspannt. Etwas fällt sofort auf: In den Gassen begegnet man überall zahlreichen Katzen, das macht auf jeden Fall Spaß. 

Den Rundgang beginnt man am besten am Acquedotto Mediceo. Das beeindruckende Aquädukt zieht sich entlang des Felsrands und ist bereits ein tolles Fotomotiv. Von hier gelangt man zum Platz Fontana delle Sette Cannelle. Der kleine Platz lädt mit seinen Cafés zu einer Pause ein und bietet gleichzeitig einen herrlichen Blick über das Tal. Am anderen Ende befindet sich die Piazzale con Terrazza Panoramica, von der aus sich ein weiterer wunderschöner Ausblick auf die umliegende Landschaft eröffnet.

Von der Fontana delle Sette Cannelle führt die Via Roma mitten durch die Altstadt. Entlang der Straße reihen sich individuelle Geschäfte, kleine Boutiquen und historische Häuser aneinander. Besonders schön ist es, immer wieder in die schmalen Seitengassen abzubiegen und die versteckten Winkel der Stadt zu entdecken. Am Piazza San Gregorio VII erhebt sich die Cattedrale dei Santi Pietro e Paolo. Der Platz strahlt eine angenehme Ruhe aus und eignet sich mit seinen Cafés und Restaurants hervorragend für eine kleine Pause.

Folgt man der Straße weiter, passiert man wunderschön geschmückte Häuser und erreicht schließlich die Kirche Chiesa di San Rocco. Am Ende der Gasse wartet mit der Piazza Becherini ein weiterer Aussichtspunkt, von dem aus sich ein herrlicher Blick über die Landschaft bietet. Auch hier lädt ein Café zum Verweilen ein.

Ein wichtiger Teil der Geschichte Pitiglianos ist das jüdische Viertel, das der Stadt den Beinamen „Klein-Jerusalem“ eingebracht hat. Die historische Synagoge sowie das dazugehörige Museum können mit einem Kombiticket besichtigt werden. Wer sich für die bewegte Geschichte der Stadt interessiert, sollte sich diesen Besuch nicht entgehen lassen.

Wenn man nur Zeit für eine der drei Tuffsteinstädte habt, würde ich euch Pitigliano ans Herz legen. Noch schöner ist es jedoch, alle drei Orte zu besuchen, denn jede Stadt besitzt ihren ganz eigenen Charme.

Sorano

Sorano zählt zu den ursprünglichsten Orten der südlichen Toskana. Gemeinsam mit Pitigliano und Sovana bildet die kleine Stadt das berühmte „Dreieck der Tuffsteinstädte“.

Schon von Weitem beeindruckt die Stadt mit ihrer spektakulären Lage. Die Natursteinhäuser schmiegen sich dicht an den mächtigen Tuffsteinfelsen und scheinen förmlich aus dem Gestein herauszuwachsen. Über der Altstadt erhebt sich die imposante Festung Fortezza Orsini, die das Stadtbild bis heute prägt. Ein Besuch der Festung gehört für mich unbedingt dazu, denn von hier bietet sich ein fantastischer Blick auf die Dächer Soranos. Besonders ins Auge fällt dabei der markante Uhrturm des Masso Leopoldino.

Von der Festung führt der Weg hinunter in die verwinkelte Altstadt. Unbedingt solltet ihr auch auf den Masso Leopoldino hinaufsteigen. Von der Aussichtsterrasse eröffnet sich ein traumhafter Blick über die Dächer Soranos, die Festung und das grüne Tal, was für ein schöner Ausblick.

Beim Spaziergang durch die schmalen Gassen fühlt man sich fast wie in eine andere Zeit zurückversetzt. Hinter jeder Ecke warten kleine Torbögen, uralte Steinhäuser und verwinkelte Wege darauf, entdeckt zu werden. Vieles wirkt beinahe mystisch, einige Häuser stehen leer und verleihen dem Ort einen ganz besonderen Charakter. Und natürlich begegnet man, wie schon in Pitigliano, auch hier immer wieder den zahlreichen Katzen. 

Rund um die Piazza Pietro Busatti laden kleine individuelle Geschäfte, gemütliche Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Insgesamt geht es in Sorano angenehm ruhig und entspannt zu. Gerade diese Gelassenheit, kombiniert mit der außergewöhnlichen Architektur und der spektakulären Lage, macht den Ort für mich absolut besonders. 

Sovana 

Sovana ist die kleinste der drei Tuffsteinstädte und versprüht einen ganz besonderen Charme. Entlang der Via del Duomo reihen sich wunderschöne Natursteinhäuser aneinander, die liebevoll mit Blumen geschmückt sind. Dazwischen laden kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants zum gemütlichen Bummeln und Verweilen ein.

Am malerischen Piazza del Pretorio befindet sich die Kirche Chiesa di Santa Maria Maggiore. Folgt man der Straße weiter, erreicht man den Dom von Sovana, der ebenfalls einen Besuch wert ist. Am Rand der Altstadt befinden sich die Überreste der Festung Rocca Aldobrandesca. 

Sovana ist zwar deutlich kleiner als Pitigliano und Sorano und bietet keine so spektakulären Aussichtspunkte, aber zwischen den historischen Häusern und den liebevoll gestalteten Geschäften liegt eine entspannte Atmosphäre mit ganz eigenem künstlerischer Charme in der Luft.